Statisch und ideenlos

VfL Bochum: Aalen deckt Defizite deutlich auf

Der VfL Bochum steht in dieser Saison vor einem schweren und steinigen Weg. Dies ist nicht erst nach der überflüssigen 0:1-Heimniederlage gegen VfR Aalen klar.

BOCHUM

von Von Martin Jagusch

, 27.08.2012, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ins Straucheln geriet nicht nur Marc Rzatkowski im Zweikampf mit Aalens Marco Haller. Der VfL spielte gegen den Aufsteiger zu ideenlos und gewann nur 41 Prozent der Zweikämpfe.

Ins Straucheln geriet nicht nur Marc Rzatkowski im Zweikampf mit Aalens Marco Haller. Der VfL spielte gegen den Aufsteiger zu ideenlos und gewann nur 41 Prozent der Zweikämpfe.

"Vom Ergebnis her war das Spiel ernüchternd. Die Niederlage war absolut ärgerlich", so VfL-Vorstand Ansgar Schwenken, der gleichzeitig aber auch dafür wirbt, der Mannschaft Vertrauen und die nötige Zeit für ihre Entwicklung zu geben. "Es haben sieben Spieler in der Anfangsformation gestanden, die in der letzten Saison noch nicht für den VfL gespielt haben. Da ist es klar, dass die Leichtigkeit und Sicherheit noch nicht vorhanden ist. Wir dürfen nach dieser Niederlage nicht alles grundsätzlich in Frage stellen."

In Frage stellen vielleicht nicht. Aber Gedanken über die Zusammenstellung der Mannschaft in der derzeitigen Form muss man sich schon machen. Zu statisch und ungenau agierten die Bochumer in ihrem Angriffsspiel gegen zugegeben defensiv sehr gut organisierte Aalener. "Wir hätten eine höhere Laufbereitschaft zeigen müssen", bemängelte dann auch Ansgar Schwenken.Quer und zurück Anspielstationen waren beim VfL Mangelware. Das Mittelfeld wurde zu langsam überbrückt. Marc Rzatkowski in der Zentrale konnte kaum Akzente setzen. Immer wieder wurde der Ball quer oder zurück gespielt, anstatt mit genauen, flachen Pässen auf Zlatko Dedic oder Alexander Iashvili die Aalener unter Druck zu setzen. Ein Indiz dafür: Innenverteidiger Lukas Sinkiewicz hatte mit 117 Ballkontakten die meisten aller VfL-Akteure. Produktives sprang dabei aber selten heraus. Zu häufig flogen lange und hohe Bälle in Richtung des Aalener Strafraums, die immer wieder an der guten VfR-Innenverteidigung um Benjamin Hübner abprallten.62 Prozent Ballbesitz Da nutzt es auch wenig, wenn die Spielstatistik 62 Prozent Ballbesitz für den VfL auswies. Gefährlich wurde es eigentlich immer nur dann, wenn Alexander Iashvili oder Leon Goretzka ihre Füße im Spiel hatten. Wenn dann noch die vier, fünf Tormöglichkeiten ohne Erfolg verpuffen ist es fast schon logisch, dass die Aalener einen ihrer offensiven Nadelstiche, wenn auch unter Mithilfe der Vfl-Defensive, zum Siegtreffer nutzen konnten.

Auch von den beiden Außenverteidigern Carsten Rothenbach (rechts) und Florian Brügmann (links) kommen zu wenig Impulse für das Bochumer Spiel. Vor allem Rothenbach hinkt den in ihn gesetzten Erwartungen deutlich hinterher. Hier könnte Mounir Chaftar Abhilfe schaffen, der in Hoffenheim andeutete, dass er mehr sein kann als eine Alternative. Florian Brügmann könnte dann wieder seine Stammposition auf der rechten Außenbahn bekleiden.Blick nach vorne Ansgar Schwenken blickt aber auch schon wieder nach vorne auf die Begegnung in Regensburg: "Jetzt müssen wir den Anspruch haben, uns die verlorenen Punkte dort." Dazu ist allerdings ein deutlich anderes Auftreten als gegen Aalen erforderlich.