Steht die Herbeder Ruhrbrücke bald unter Denkmalschutz?

Sanierung

HERBEDE Die Herbeder Ruhrbrücke ist so marode, dass man sich im Landesbetrieb Straßenbau schon lange Gedanken darüber macht, ob sie saniert werden kann oder abgerissen und komplett neu gebaut werden muss. Aber diese Gedanken legte der Denkmalschutz zunächst auf Eis.

von Von Lisa Timm

, 30.01.2010, 12:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Denn eines der drei zusammen hängenden Brücken-Bauwerke über Ruhr, Mühlengraben und Gleisen soll in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen werden. Das Verfahren läuft noch. Und solange nicht geklärt ist, ob man es künftig mit einem Baudenkmal zu tun hat, kommen die Planungen nicht weiter.

Aber Karl-Josef Siebers, Projektleiter für konstruktiven Ingenieurbau beim Landesbetrieb Straßenbau, Außenstelle Hagen, macht sich natürlich schon Gedanken für die Zeit nach der Entscheidung. Sollte die Bogenbrücke Denkmal werden, gibt es diverse Möglichkeiten.

"Da die Tragfähigkeit dieser Brücke über die Jahre hinweg abgenommen hat, muss untersucht werden, inwieweit man ihre Leistungsfähigkeit erhöhen kann", so Siebers. Angestrebt wird dort eine Traglast von 90 Tonnen im Gegenverkehr, momentan zugelassen ist sie nur noch für 28 Tonnen. Das hat jetzt zu dem Kuriosum geführt, dass LKW-Fahrer auf Schildern darauf hingewiesen werden, dass sie nur einzeln die Brücke passieren dürfen. Und sich nötigenfalls mit dem LKW-Gegenüber abstimmen müssen.

"Möglich wäre aber auch, die Bogenbrücke ganz aus dem Betrieb herauszunehmen, irgendwo als Denkmal in die Landschaft zu stellen und durch eine neue Brücke zu ersetzten. Die würde dann wesentlich kleiner ausfallen", weiß Siebers. Aber wenn man erst mal soweit wäre, müsste man die Sanierung des gesamten Brückenzuges im Verlauf der Wittener Straße ins Auge fassen. Auch da gäbe es viele Möglichkeiten von Sanierung bis Abriss. Eine Entscheidung über Auf- oder Nichtaufnahme der Brücke in die Denkmalliste wird fürs Frühjahr erwartet.