Steife Brise vor Borkum

WITTEN Wenn sich im Jahr 2011 etwa 40 Kilometer vor der Borkumer Küste insgesamt 80 Windräder drehen, könnte eines von ihnen Strom für Witten liefern.

von Von Susanne Linka

, 26.02.2008, 19:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Steife Brise vor Borkum

Marlies Mathenia, die Geschäftsführerin der Stadtwerke, hat Dienstagabend ihrem Aufsichtsrat ein Projekt vorgestellt, an dem sich der Energieversorger gemeinsam mit der Trianel-Gruppe beteiligen möchte.

Zwölf Millionen Euro kostet der Rotor im Offshore-Windpark, der sich eventuell für die Ruhrstadt dreht. Er bringt eine Jahresleistung von fünf Megawatt, damit können 5000 Haushaltskunden beliefert werden.

40 Energieversorger beteiligen sich

"So weit draußen vor der Küste ist der Wind beständiger", erläutert Marlies Mathenia die Vorzüge eines solchen Projektes. Im Jahr sei dort mit 4000 Stunden Wind zu rechnen, doppelt so viel wie bei einer Anlage im Binnenland.

"Borkum West II" heißt das Projekt, an dem sich insgesamt 40 kommunale Energieversorger beteiligen wollen. Insgesamt fließt eine Milliarde Euro in den neuen Windpark. Die Partner sammeln sich zurzeit noch.

Nicht ganz glücklich mit dem Ökostrom

Im Juni soll der Rat über die Wittener Beteiligung entscheiden. "Bisher sind wir nicht ganz glücklich mit unserem Ökostrom", freut sich die Stadtwerke-Geschäftsführerin über die Gelegenheit, das dürftige Angebot aus Österreich künftig zu ergänzen. "Dazu kommt noch Strom aus dem Wasserkraftwerk des Stahlwerks Lohmann, der auch bald in unser Netz eingespeist wird", verrät Mathenia.

Bislang fließe dieser in Witten erzeugte Strom nach dem Gesetz für erneuerbare Energien in einen großen Pool, doch das rentiere sich inzwischen weniger: "In Witten können wir schon ab März 1500 Haushalte im Jahr damit versorgen."

Letztes Windrar geht 2011 an den Start

Das letzte der 80 Windräder vor Borkum soll 2011 in Schwung kommen. Ihre Fundamente werden 30 Meter tief im Wasser verankert. "Der Aufbau erfolgt mit Hubschraubern", weiß Stadtwerke-Pressesprecher Thomas Lindner.

Die Vorteile des Projektes sieht die Geschäftsführerin in dem kommunalen Beitrag zu den deutschen Klimaschutzzielen und in der Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition. Dass der Preis für Ökostrom für die Verbraucher durch die Mengensteigerung in diesem Angebotsbereich sinkt, sei nicht zu erwarten.

Überhaupt sei leider noch völlig unklar, wie die alternativen Energien künftig die Lücken im Bedarf schließen können, die Kohle und Kernkraft eines Tages hinterlassen: "Eine völlig ungelöste Frage unserer Zeit."