Sterben noch mehr Vögel?

WITTEN "Das ist ganz einfach verboten." Vogel-Experte Thorsten Kestner hat eine klare Meinung zur Rodungsaktion der Deutschen Bahn vom vergangenen Mittwoch.

von Von Susanne Linka

, 26.05.2008, 06:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieter Oberste-Berghaus fürchtet um weitere Jungvögel, die sterben werden, wenn die Bahn ihre Rodungsaktion an der Mauer am Montag fortsetzt.

Dieter Oberste-Berghaus fürchtet um weitere Jungvögel, die sterben werden, wenn die Bahn ihre Rodungsaktion an der Mauer am Montag fortsetzt.

Viele Jungvögel waren im Einbahnstraßenbereich der Wetterstraße beim Grün-Schnitt an der Mauer unterhalb der Bahntrasse aus ihren Nestern gefallen und ums Leben gekommen.

Kestner verweist auf den Paragrafen 61 des Landschaftsschutzgesetzes NRW, in dem klare Regelungen festgeschrieben seien. "Und dieses Gesetz heißt nicht etwa ,NRW ohne Bahnflächen`", ist der Tierfreund sauer. Jeder normale Bürger dürfe in dieser Jahreszeit seine Hecken nicht schneiden, das gelte für die Bahn genau so.

Eine Gefahr, die den Schnitt rechtfertigen würde, könne er nicht erkennen. Vermutlich gebe es auch keine Sondergenehmigung: "Die Mauer ist doch schon so lange zugewachsen. Da muss doch nicht ausgerechnet in der Jungvogelzeit geschnitten werden", empört sich Kestner. Auch viele andere Tierfreunde wollen nicht hinnehmen, dass am heutigen Montag weiter geschnitten wird und noch mehr Jungvögel sterben. Die Polizei bestätigte gestern, dass ihr inzwischen eine Anzeige von einer Privatperson gegen die Bahn vorliegt. Also werden sich die Ordnungshüter heute gleich mit der Stadt in Verbindung setzen. Da sie wohl erst die zuständige untere Landschaftsbehörde in Schwelm einschalten muss, könnte nach Befürchtungen der Tierschützer wertvolle Zeit verloren gehen. Die überlegten darum gestern, ob sie nicht selbst versuchen, das Schlimmste zu verhindern.