Sterne gucken und Geschichten lauschen

Hörspiele im Planetarium

Mord im Planetarium – die Hörspielreihe unter dem Sternenhimmel war zunächst aus der Not heraus geboren. Inzwischen ist sie ein Erfolgsmodell. Am Samstag lief das erste Familienhörspiel, Ostern folgt die lange Krabat-Nacht.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 02.02.2012, 06:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unter der Kuppel des Planetariums kann man regelmäßig in die Sterne schauen - und dabei Hörbüchern lauschen.

Unter der Kuppel des Planetariums kann man regelmäßig in die Sterne schauen - und dabei Hörbüchern lauschen.

Also stieg man um auf Hörspiele – und traf den Nerv. Zum Krimi am Donnerstag kamen fast 200 Bochumer, um den Ermittlungen Wallanders zu folgen. Langsam zieht der Mond seine Bahnen über die Kuppel. Der große Wagen verschwindet hinten rechts am Kuppelrand, während Kommissar Wallander das dritte Mordopfer auf einem Bauernhof inspiziert. Ein Nagel im Kopf ist die Todesursache. Der Sitznachbar atmet ruhig und gleichmäßig. Vielleicht schläft er. Oder döst. Oder träumt. Vor dem geistigen Auge zeichnen sich die Tatorte deutlich ab, der Bauernhof, die Scheune, Wallander.„Es ist ein bisschen so, als wenn Sie mit ihrer Freundin auf der Wiese liegen und den Sternenhimmel beobachten“, sagt Hüttemeister. „Sterne regen die Phantasie an, erzeugen Bilder im Kopf.“ Ein Hörspiel im Planetarium ist anders, intensiver als daheim. „Bei unserem ersten Test haben wir noch die Planeten kreisen lassen“, sagt Hüttemeister. Doch das habe zu sehr abgelenkt. Inzwischen gibt es nur noch die langsame Bewegung der Sterne. Das Auge hat etwas zu gucken, das Ohr etwas zum Hören.

Nachdem sich die Hörspiel-Fangemeinde im Planetarium innerhalb weniger Monate vervierfacht hat, wurde das Programm nun ausgeweitet. Neben dem Mord gibt es einmal im Monat Familienhörspiel – auch für Erwachsene, wie Hüttemeister betont. Die Titanic läuft Ende April, zu Ostern gibt es den Krabat-Marathon: drei Stunden mit Pause. Im Herbst soll der Hobbit folgen. Kommissar Wallanders Ermittlungen spitzen sich zu. Tote. Ein Schuss. Noch einer. Der Sitznachbar schreckt kurz zusammen. Die Augen sind auf. Finale. Und dann geht das Licht an. Holt zurück in die Realität. Die Sterne verblassen. „Den Mittelteil muss ich noch mal hören“, gesteht der Nachbar. Er lacht. Auch der halbe Krimi hat ihn begeistert.