Steuerbetrug: Prozess um zwei Millionen Euro

Bochumer Landgericht

Bei diesen Summen kann einem fast schon schwindlig werden. Jahrelang sollen sich vier befreundete Ingenieure aus Witten, Dortmund und Datteln auf Kosten der Allgemeinheit bereichert haben. Seit Montag beschäftigt der Skandal das Bochumer Landgericht. Es geht um zwei Millionen Euro Steuern.

BOCHUM/WITTEN

von Von Jörn Hartwich

, 10.09.2012, 16:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was sich dahinter verbarg, wurde erst später klar. Alle hatten Häuser oder andere Immobilien – und immer viel Geld. Doch dann kam der 14. August 2008 – ein schwarzer Tag für die erfolgsgewohnten Männer. Keiner konnte der Festnahme entgehen. Der zur Tatzeit in Witten wohnende Angeklagte (67) saß eine Woche in Untersuchungshaft, einer seiner mitangeklagten Komplizen sogar dreieinhalb Monate. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten mit Hilfe von Scheinrechnungen systematisch Steuern hinterzogen haben.

Auf den Rechnungen sollen dabei etwa die Worte „technische Beratung“ aufgetaucht sein. Laut Anklage sind viele Leistungen jedoch gar nicht erbracht worden. Der Umfang der vielen Rechnungen, Firmen und Steuerlasten ist kaum zu erfassen. Die Verlesung der Anklage dauerte rund eine Stunde, eine Viertelstunde davon waren reine Zahlenkolonnen. Dass an den Zahlen kaum zu rütteln ist, steht bereits fest. Alle Angeklagten haben die Vorwürfe gestanden. „Ich habe die Rechnungen erstellt und weitergeben“, sagte der 67-Jährige zum Prozessauftakt. Und: „Ich bin auch Initiator gewesen.“ Die Umsatzsteuern hat er nach Angaben seines Verteidigers, Dr. Wilhelm Krekeler, bereits gezahlt.