Stieftochter ermordet - Lebenslänglich für Bochumer

Urteil am Schwurgericht

Diese Tat bleibt einfach unfassbar: Weil sich ein arbeitsloser Dachdecker aus Bochum abreagieren wollte, hat er seine Stieftochter (21) ermordet. Nun fällte das Bochumer Schwurgericht ein Urteil im Mordprozess: lebenslange Haft.

BOCHUM

07.12.2016 / Lesedauer: 2 min
Stieftochter ermordet - Lebenslänglich für Bochumer

Der Angeklagte bespricht sich vor Prozessbeginn am 05.10.2016 im Landgericht in Bochum mit seinen Strafverteidigern.

Der Mordprozess am Bochumer Schwurgericht hat auch die Richter vor ein Rätsel gestellt. „Die Frage nach dem Warum lässt sich eigentlich nicht beantworten“, hieß es im Urteil. Und: „Wir können nur feststellen, dass die Tötung ohne jeden menschlich begreifbaren Grund erfolgt ist.“

Täter versuchte auch seine Frau zu töten

Letztendlich sei die Tat nur mit der persönlichen Situation des Angeklagten zu erklären. Der Angeklagte habe seine Unzufriedenheit bewusst abreagieren wollen, hieß es im Urteil. Dabei sei er von einem „Vernichtungswillen“ getrieben worden und habe sein Opfer zum Objekt degradiert. „Seine Stieftochter hat ihm auch nicht ansatzweise einen Anlass geliefert, sie zu töten“, sagte Richter Josef Große Feldhaus bei der Urteilsbegründung.

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Auch die Ehefrau des Angeklagten hatte an jenem 4. April 2016 sterben sollen. Auch sie wurde niedergeschlagen und gewürgt, konnte sich aber aus der Gewalt ihres Mannes befreien. Die 53-Jährige wurde während der Urteilsbegründung immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt.