Stiefvater soll behindertes Kind vergiftet und erstickt haben

Mädchen-Mord von Riemke

Erst vergiftet, dann erstickt: Grausame Vorwürfe beschäftigen ab dem 22. April das Bochumer Schwurgericht. Fünf Monate nach dem qualvollen Tod der zweijährigen Swetlana aus Riemke beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder. Angeklagt ist der Stiefvater des Mädchens – er war Hausmeister im Polizeipräsidium.

BOCHUM

10.04.2015, 05:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Bochumer Schwurgericht hat für den Mordfall 20 Verhandlungstage angesetzt. Es steht ein umfangreicher Indizienprozess bevor. Letzter Termin ist nach aktuellem Stand der 27. August. Da der Polizei-Hausmeister im Ermittlungsverlauf alle Vorwürfe abgestritten hat, werden die Richter bis dahin mindestens 44 Zeugen vernehmen. Außerdem wird der Prozess von mehreren Sachverständigen begleitet.

Kindstötung

Die Anklage skizziert nicht nur eine Kindstötung aus selbstsüchtigen Motiven – sie schildert auch einen mörderischen Vertuschungsplan. Danach hat der Stiefvater (39) von Swetlana ihr schon vor dem Tod tagelang Insulin gespritzt und sie so quasi schleichend vergiftet. Anlass dafür soll gewesen sein, dass der Bochumer eigentlich in die Niederlande auswandern wollte, das leicht behinderte Kind ihm bei den Plänen aber im Wege stand.

Für sein neues Leben wollte der Mann laut Anklage sogar bizarr seinen Tod inszenieren. Er soll geplant haben, einen Arzt zu entführen, zu betäuben und zu verbrennen. Am Brandort sollte später jedoch allein sein eigener Ausweis gefunden werden.

Qualvoll erstickt

Nachdem sich die Lippen von Swetlana bereits blau verfärbt hatten – und die Mutter mit ihr zum Arzt wollte – soll der 39-Jährige am Abend des 23. Novembers 2014 zum Mörder geworden sein. Er soll dem Mädchen erst eine Überdosis Insulin gespritzt, sie danach qualvoll erstickt haben. Den Moment des Funds ihres leblosen Mädchens in der Wohnung an der Grummer Straße beschreibt die Mutter so: „Ich wollte sie wecken. (...) Sie wurde einfach nicht mehr wach. (...) Ich rief die Polizei. Ich schrie um mein Leben“, heißt es in einer knapp fünfminütigen Video-Animation. Und weiter: „Sie stellten sofort den Tod fest. Niemand konnte ihr mehr helfen.“

Nach der Obduktion der Kinderleiche wurde der Polizei-Hausmeister Ende November 2014 sofort festgenommen. Dem mutmaßlichen Mädchenmörder droht lebenslange Haft.

Schlagworte: