Stiftung Warentest: Jedes zweite Plüschtier stellt Gefahr für Kinder dar

Spielwaren

Plüschtiere sind ständige Begleiter von zahlreichen Kindern und müssen dabei auch einiges aushalten. Stiftung Warentest hat 22 Plüschtiere einem Härtetest unterzogen – mit ernüchterndem Ergebnis.

Berlin

17.11.2020, 11:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch in Plüschtieren können sich unsichtbare Schadstoffe verstecken.

Auch in Plüschtieren können sich unsichtbare Schadstoffe verstecken. © picture alliance/dpa

Niedliche Plüschsaurier und bekannte Figuren aus Disney-Filmen lassen Kinderaugen leuchten. Doch oftmals stecken die Kuscheltiere voller gefährlicher Schadstoffe und Chemikalien. Stiftung Warentest hat 22 Plüschtiere samt ihrer Verpackungen einem Härtetest unterzogen – mit ernüchterndem Ergebnis. Nur die Hälfte der Produkte konnte die Verbraucherschützer überzeugen.

Stiftung Warentest hat die 22 Stofftiere und -figuren verschiedener Hersteller auf ihre Materialzusammensetzung und Verpackung hin untersucht (test 12/2020). Zwar enthielten die Spielzeuge diesmal kein krebserregendes Chrysen, doch dafür zeigten sich etliche Sicherheitsmängel an Accessoires oder Zusatzmaterialien.

Einige Plüschtiere waren im Filz, Etikett oder Halstuch mit kritischen Mengen gesundheitsgefährdender oder umweltschädlicher Schadstoffe belastet. Andere wurden als nicht sicher eingestuft, weil sich verschluckbare Kleinteile lösen können, der Plüsch zu schnell brennt oder Strangulationsgefahr an Accessoires wie einer Hundeleine besteht.

Flammbares Material in Disney-Figuren

Von den Plüschtieren, die im Test mit ausreichend oder mangelhaft abschnitten, enthielten sechs Produkte kritische Mengen an Schadstoffen. So fanden sich im Schaumstoff der Schuhsohle von Disneys Elsa große Mengen des Flammschutzmittels TCPP (Tris-(2-chlorisopropyl)phosphat), das als potentiell krebserregend gilt.

Der Jack-Russel-Terrier Rusty von Kösen enthielt zudem im Textil der Ohrinnenseite bis zu 79 Milligramm Formaldehyd. Seit Jahren erlaubt die Spielzeugnorm maximal 30 Milligramm Formaldehyd pro Kilogramm Material. Ab Mai 2021 ist dieser Grenzwert rechtlich bindend. Zudem gab die elastische Leine des Terriers mehr N-Nitrosamine ab, als die Spielzeugnorm von 2016 erlaubt.

Elf Spielzeuge schneiden mit befriedigend oder besser ab

Doch es gibt auch gute Nachrichten für Eltern. Sie können ihre Kinder unbesorgt mit den elf empfehlenswerten Kuscheltieren aus dem Test spielen lassen. Die knuffigen Gefährten kosten 4,70 Euro bis 39,50 Euro und haben alle mechanischen, physikalischen und chemischen Prüfungen der Warentester bestanden. Und besonders wichtig: Sie enthalten keine kritischen Mengen gesundheitsgefährdender Stoffe.

Die klaren Testsieger mit der Note 1,0 waren der Pusblu Dino blau (dm) sowie der Babydream Hund (Rossmann). Neun weitere Kuscheltiere konnten außerdem mit Noten von sehr gut bis befriedigend überzeugen.

RND

Lesen Sie jetzt