Stipendiat Juan Pérez Floristán gibt umjubeltes Konzert

Klavier-Festival Ruhr

Gerade mal 19 Jahre jung ist der spanische Pianist Juan Pérez Floristán. Als Stipendiat der aktuellen Preisträgerin des Klavier-Festivals Ruhr, Elisabeth Leonskaja, gab er am Mittwoch ein umjubeltes Konzert in der Lohnhalle der Bochum-Wattenscheider Zeche Holland. Respekt erntete er für ein reifes Programm zwischen Romantik und Moderne.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 10.05.2012, 17:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Juan Pérez Floristán gab beim Klavier-Festival Ruhr in der Wattenscheider Zeche Holland ein umjubeltes Konzert.

Juan Pérez Floristán gab beim Klavier-Festival Ruhr in der Wattenscheider Zeche Holland ein umjubeltes Konzert.

Der Einstieg mit Ravels Sonatine in fis-Moll führte den Zuhörer auf eine falsche Fährte. Nachdenklich ist der erste Satz. Wie irrlichternde Gedankenfetzen streifen die Motive durch den Raum. Schon der Finalsatz gerät jedoch sehr viel zupackender und hier ist Juan Pérez Floristán, der in seiner Heimat viele Preise und Auftritte in renommierten Sälen gesammelt hat, in seinem Element.Effektvolles Spiel Der schmale, junge Mann mag die große Geste, das effektvolle Spiel, die Ausstellung von Virtuosität. Von mozartschem Feinsinn, mit dem er im zarten Alter von 13 Jahren seine ersten Konzerte bestritt, hat er sich mittlerweile meilenweit entfernt. Mit vollem Körpereinsatz wirft er sich in das finale, dunkel marschierende Fugenthema von Schuberts Wanderer-Fantasie und treibt sie voller Elan zum fulminanten Schluss.Rasendes Glissandi Fulminant, wuchtig, expressiv ist auch de Fallas Fantasia Baetica mit ihren rasenden Glissandi. Dem Pianisten ist es eine Freude, sie hinauf und hinunter zu stürzen. Sein rhythmusorientiertes Spiel mit Lust an Dissonanzen treibt er mit Bartóks Sonate für Klavier Sz. 80 auf die Spitze. Gerade im ersten Satz wird das Klavier eher wie Schlagwerk behandelt und auch das Volkslied-Thema des dritten Satzes stakst mehr hart durch den Raum, als dass es gesanglich trällert.Wenig Gefühl Was würde da besser als Zugabe passen als Liszt? Floristán spielt dessen Version von "Isoldens Liebestod". Mit viel Pathos und wenig Gefühl, das ihm leider auch im restlichen Programm manchmal abging. Sein Publikum hat er trotzdem um den Finger gewickelt.