„Stop the Vote!“: Trump-Anhänger fordern Auszählungsstopp in Detroit

Wahlen in den USA

Während nach dem US-Wahltag die Auszählung der Stimmen in die entscheidende Phase geht, branden Proteste auf. Trump-Anhänger sorgen im umkämpften Staat Michigan für chaotische Szenen.

Detroit

05.11.2020, 08:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trump-Unterstützer versuchen die Wahl in Detroit zu einem Ende zu bringen.

Trump-Unterstützer versuchen die Wahl in Detroit zu einem Ende zu bringen. © picture alliance/dpa

In etlichen US-Metropolen gibt es am Mittwoch Proteste - sowohl von Trump-Unterstützern als auch von Gegnern des US-Präsidenten. Vor allem in Detroit kam es Berichten zufolge zu chaotischen Szenen.

Dutzende Anhänger von Trump forderten in der Millionenstadt in Michigan einen Auszählungsstopp der Stimmen. „Stoppt die Auszählung!“ und „Stoppt die Abstimmung!“, riefen wütende Protestierende vor und im TCF Center in Detroit, wo Stimmen aus Michigan ausgezählt wurden, wie auf Videos von lokalen Medien zu sehen war.

Polizisten hielten sie davon ab, in den Auszählungsbereich vorzudringen, wie die Zeitung „Detroit Free Press“ berichtet. Aber auch Trump-Gegner gingen in Detroit auf die Straße und forderten, jede Stimme zu zählen.

Der Protest in Detroit begann kurz bevor verschiedene US-Medien den Demokraten Joe Biden zum Sieger der Präsidentschaftswahl in Michigan erklärte. Der Staat war heiß umkämpft und bringt Biden einem Einzug ins Weiße Haus deutlich näher. Für Trump ist die Niederlage dort ein schwerer Schlag. Die Republikaner legten Klage ein, um die Auszählung zu unterbrechen und von weiteren Wahlbeobachtern prüfen zu lassen.

Ohne Beweise vorzulegen, hatte Trump wiederholt behauptet, es gebe große Probleme bei der Stimmabgabe und der Auszählung. Die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel, dagegen bestand darauf, dass beide Seiten und die Öffentlichkeit Zugang bekommen haben.

Trump-Gegner demonstrieren in mehreren Städten

Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen von Unterstützern beider politischer Seiten. Viele sind angesichts der sich hinziehenden Auszählung frustriert. In mehreren Städten demonstrierten Menschen dafür, alle Stimmen zu zählen. Bei Anbruch der Dunkelheit versammelten sich etwa in der Innenstadt von Chicago Hunderte Trump-Gegner. Sie riefen bei dem Protest, den Dutzende verschiedene Gruppen organisert hatten, unter anderem „Zählt jede Stimme“, berichtet „USA Today“.

Wie die Washington Post berichtet, versammelten sich auch in Philadelphia am Mittwochnachmittag Anti-Trump-Demonstranten in der Nähe der Independence Hall. Einen ähnlichen Protestmarsch mit „Zählt jede Stimme“-Bannern gab es in New York, berichtet CNN.

Zu kleineren Protesten von Trump-Gegnern kam es am Nachmittag auch in Baltimore.

Filzstifte sorgen für Unruhe

In sozialen Medien verbreitet sich derweil eine Verschwörungserzählung, wonach in Arizona Stimmen zu unrecht für ungültig erklärt werden würden. Die angeblichen Schuldigen: Filzstifte.

Mit Hashtag #Sharpiegate („Sharpie“ ist der Name einer Filzstift-Marke) versehene Beiträge legten nahe, dass Wahlbeamte im Bezirk Maricopa insbesondere Wählern von Präsident Donald Trump Filzstifte gegeben hätten, die bei der automatischen Auszählung angeblich Probleme bereiteten.

Wahlbeamte in Arizona teilten jedoch mit, Filzstifte hätten keinen Einfluss auf die automatische Auszählung, und falls es Probleme gebe, würden Stimmen nicht einfach wegfallen.

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