Straßenmagazin Bodo startet soziale Stadtführung

Spannende Einblicke

Ab dem 19. Januar kann man Bochum von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Dann gibt es die erste soziale Stadtführung vom Straßenmagazin Bodo. Gezeigt werden hier nicht das Bergbaumuseum oder das Planetarium, sondern typische Aufenthaltsorte Obdachloser.

BOCHUM

von Von Michael Nickel

, 11.01.2013, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Straßenmagazin Bodo startet soziale Stadtführung

Bodo-Verkäufer und soziale Stadtführer: Otto Klement (l.) und Markus Neiß.

Die erste Führung findet am Samstag, 19. Januar, statt. Weitere Touren gibt es an jedem dritten Samstag eines Monats. Um teilnehmen zu können, muss eine Bodo-Ausgabe für 1,80 Euro gekauft werden. Der Erlös geht zur Hälfte an den jeweiligen Stadtführer. Anmeldungen zur Tour beim Bodo e.V. unter Tel. 0231 9 50 97 80 oder per E-Mail an

Während des Rundgangs erzählt der 50-jährige Neiß nicht nur Genaueres über die Stationen, er erzählt auch aus seinem Leben. Darüber, dass er kein Dach über dem Kopf hatte, als er 1997 bei Bodo anfing und lange bei Freunden geschlafen hat. Oder darüber dass er das Glück hatte, nie „Platte machen“ zu müssen, also nie auf der Straße übernachtete. 2003 bezog Neiß seine Wohnung, er hat einen festen Wohnsitz. So wie Otto Klement. Von seinen 41 Lebensjahren verbrachte er 14 auf der Straße, oft musste er „Platte machen“, seit November schläft er in seinen eigenen vier Wänden. Klement ist Ersatzmann für Neiß, er übernimmt die Führung, wenn der einmal nicht kann. Die Idee zur sozialen Stadtführung lag schon lange in den Schubladen der Bodo-Verantwortlichen. „Uns fiel auf, dass viele Verkäufer eine andere Sicht auf die Stadt haben. Sie kennen Orte, die andere so nicht kennen“ erklärt Bodo-Redakteur Sebastian Sellhorst.

„Von den sechs Stationen werden nicht alle von Obdachlosen genutzt“, verrät Klement. „Jeder sucht sich das Beste raus.“ Neiß zum Beispiel war noch nie in der Suppenküche. Auch die Teilnehmer der Führung werden die Räume der Suppenküche nicht betreten. „Die Leute dort sollen sich nicht beobachtet fühlen“, so Neiß. Eine Sicht auf Bochum erhalten die Teilnehmer trotzdem. Aus einer neuen Perspektive.

Die erste Führung findet am Samstag, 19. Januar, statt. Weitere Touren gibt es an jedem dritten Samstag eines Monats. Um teilnehmen zu können, muss eine Bodo-Ausgabe für 1,80 Euro gekauft werden. Der Erlös geht zur Hälfte an den jeweiligen Stadtführer. Anmeldungen zur Tour beim Bodo e.V. unter Tel. 0231 9 50 97 80 oder per E-Mail an