Street-Art-Künstler sprüht Krippe als Graffiti-Kunstwerk

Weihnachts-Fresko

Alle Jahre wieder" kann Martin Heuwold zu Recht singen. Zum siebten Mal sprüht der Street-Art-Künstler auf dem Platz vor der Wuppertaler Laurentiuskirche eine Graffiti-Krippe. Bis zum 24. Dezember um 12 Uhr will er sein Projekt vollenden.

WUPPERTAL

, 21.12.2015, 17:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Martin Heuwold hat die Graffiti-Krippe am Laurentiusplatz in Wuppertal gesprüht.

Martin Heuwold hat die Graffiti-Krippe am Laurentiusplatz in Wuppertal gesprüht.

Mit der Adventszeit begann für den 39-Jährigen, der in lässiger Kleidung sein Kunstwerk weiterentwickelt, die Arbeit auf dem Laurentius-platz. Die katholische Citykirche Wuppertal hatte den ausgebildeten Maler und Lackierer beauftragt, an den Tagen vor Weihnachten bildlich die Weihnachtsgeschichte zu erzählen.

Der aktuelle Entwurf sieht ein aus drei Ebenen bestehendes, begehbares 5 mal 2,80 mal 2 Meter großes Objekt vor. Die Buchstaben G-O-T-T in den Farben eines dunklen Sternenhimmels bilden den Hintergrund. Auf der mittleren Ebene entsteht ein Dorf aus flachen, weißen Steinhäusern, über denen das Wort "ist" schwebt. Davor soll die Krippe stehen, beschrieben mit dem Wort "Mensch".

Interaktion

Lukas Rauer und Thomas Kubig helfen dem Street-Art-Künstler, den Entwurf umzusetzen. "Wir schreinern und konstruieren vor Ort", sagt Heuwold. Die Spanplatten, auf denen das Bild entsteht, müssen zusammengebaut werden. Auf dem Laurentius-platz wird gehämmert und geschraubt. Und gesprüht.

Nicht immer halten sich die Jungs an den Plan. "Das grobe Konzept steht. Aber wir entwickeln es in der Interaktion mit Passanten weiter", sagt Heuwold.

Interessierte bleiben manchmal stehen, sprechen die Künstler an und geben ihnen Impulse. Wichtig sei, dass die biblische Geschichte erzählt und die Kernaussage "Gott ist Mensch" getroffen wird. Heuwold hat sich diese selbst überlegt. Die Kirche sei immer offen für seine Vorschläge.

Moderne Freske

Aber passen ein Sprayer und die Kirche überhaupt zusammen? "Sogar sehr gut", sagt Werner Kleine, Sprecher der Citykirche, die sich als moderne Kirche versteht. "Wandmalereien gab es in der Kirche schon im Mittelalter. Damals waren das Fresken. Graffiti ist eine moderne Form davon."

Aber auch in einer modernen Kirche darf die Tradition nicht fehlen. Wenn in der Krippe am Heiligen Abend um 12 Uhr auf dem Laurentiusplatz das Martyrologium erklingen wird, wird der Mensch buchstäblich in der Krippe liegen.

Und dann wird auch der zweite Vers des bekannten Weihnachtsliedes wieder einmal wahr sein: "Alle Jahre wieder kommt das Christuskind."

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