Streit am Josefs-Hospital: Milde Strafe für Messerstecher

Urteil am Schwurgericht

Im Fall des blutigen Mobbingstreits am Josefs-Hospital in Hörde hat das Dortmunder Schwurgericht am Donnerstag das Urteil gesprochen. Der 28-jährige Angeklagte, der Ende Januar einen Arbeitskollegen niedergestochen hat, erhielt zwei Jahre und neun Monate Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.

Hörde

27.07.2017, 14:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach einer Messerattacke gegen einen Arbeitskollegen im St.-Josefs-Hospital wurde jetzt das Urteil gesprochen.

Nach einer Messerattacke gegen einen Arbeitskollegen im St.-Josefs-Hospital wurde jetzt das Urteil gesprochen.

Die Erleichterung des Mannes war deutlich sichtbar, hatte die Anklage doch ursprünglich auf versuchten Mord gelautet. Die Richter gehen auch tatsächlich davon aus, dass der Angeklagte mit dem festen Vorhaben, seinen Kollegen umzubringen, am Abend des 20. Januar in einem Umkleidebereich des Krankenhauses gewartet hat.

Rücktritt vom Mordversuch

Letztendlich hätte er aber weiter zustechen können, als sein Opfer schon wehrlos vor ihm am Boden lag. Den Umstand, dass er in diesem Moment jedoch von dem Verletzten abließ, werteten die Richter als sogenannten Rücktritt vom Mordversuch. Damit blieb nur noch eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Zuletzt hatten sich alle Beteiligten auf diese Sichtweise geeinigt.

Strafe wird wohl im offenen Vollzug verbüßt

Noch vor der Urteilsverkündung wurde der 28-Jährige aus der Untersuchungshaft entlassen. Den Großteil seiner Strafe wird er wohl im offenen Vollzug verbüßen dürfen. Das hieße: Er müsste nur nachts ins Gefängnis, während er tagsüber in Freiheit arbeiten dürfte. In seinem letzten Wort sagte er den Richtern am Donnerstag: „Es tut mir wirklich schrecklich leid. Aber ich möchte jetzt nach vorne blicken und ein neues Leben anfangen.“

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