Studenten harren im Hörsaal aus

Bildungsstreik

QUERENBURG Nach der Demonstration durch die Bochumer Innenstadt am Dienstag, gingen die Studentenproteste auch am Mittwoch weiter. Der Hörsaal HZ0 10 ist immer noch besetzt. Die Studenten harren mit Schlafsäcken aus. Heute Mittag findet dort eine uni-weite Vollversammlung statt.

von Von Daniel Roeschies

, 19.11.2009, 08:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gestern legten sich die Studenten auf die Bochumer Straßen.

Gestern legten sich die Studenten auf die Bochumer Straßen.

"Dort haben wir uns in Arbeitsgruppen organisiert, um unser weiteres Programm zu planen", sagt Katharina Teiting von der AG-Bildungsstreik.

Dabei spielt besonders die universitätsweite Vollversammlung, die am Donnerstag um 14 Uhr in dem besetzten Hörsaal stattfindet, eine Rolle. Neben den allgemeinen Forderungen nach freier Bildung und einer Überarbeitung des Bachelor/Master-Systems, "erarbeiten wir spezifische Forderungen für die Ruhr-Uni", so Teiting.

Sämtliche Vorlesungen fallen aus Mit Zelten und Schlafsäcken ausgestattet, bereiteten sich die Protestanhänger wohl auf eine längere Belagerung vor. Andere Studenten beschwerten sich, da sämtliche Vorlesungen in dem Hörsaal ausfielen. Prof. Dr. Jörg Schimmelpfennig - der eigentlich eine Vorlesung in dem Saal halten sollte - bot den Protestierenden an sich mit ihnen zu unterhalten. Schnell entbrannte hinter dem Podium eine Diskussion zwischen dem Wirtschaftsprofessor und Ingmar Wichert vom AStA. Schimmelpfennig versuchte die Studenten zu überzeugen, "dass Studiengebühren Preise für Dienstleistungen sind", die gezahlt werden müssten. Wichert entgegnete, dass Bildung ein Menschenrecht sei und damit kein Gut, das gehandelt werden könne.

Die AG-Bildungsstreik zieht ein positives Fazit nach den beiden Protesttagen. Die Spontandemonstration und die anschließende Besetzung des Hörsaals zeigten, wie groß der Unmut sei. Damit ist Bochum jedoch kein Einzelfall: In Deutschland und Österreich haben Studierende an über 50 Standorten Hörsäle besetzt. Darum rechnet die AG-Bildungsstreik damit, dass der Protest auch an der Ruhr-Universität in den kommenden Tagen weiter zunehmen wird.