Studenten untersuchen Situation in Familien und Altenheimen

Migranten-Pflege

Ältere Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, wünschen sich, dass die Menschen von denen sie gepflegt werden, ihre Sprache sprechen und Rücksicht auf ihre Gewohnheiten nehmen. Das ist bei deutschen Senioren so, aber auch bei Migranten, die hier ihren Lebensabend verbringen.

WITTEN

von Von Beatrice Haddenhorst

, 21.09.2013, 20:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit der Situation von Migranten im Seniorenalter befassen sich vier Studenten.

Mit der Situation von Migranten im Seniorenalter befassen sich vier Studenten.

Es besteht dringend Handlungsbedarf, sich mit dem Thema zu befassen“, unterstrich Julian Waleciak am Donnerstag bei der Sitzung des Internationalen Netzwerks Witten (WIN). Bisher, so haben die Studenten bereits herausgefunden, werden pflegebedürftige Migranten, meist in ihren Familien gepflegt. „Das liegt aber vielleicht auch daran, dass Migranten zu wenig über Pflegeangebote informiert sind“, erklärte Waleciak.

Absehbar sei jedoch, dass mit zunehmender Zahl älterer Migranten nicht mehr alle Familien zur Pflege in der Lage sein werden. Bei Gesprächen in Seniorenheimen haben die Studenten erfahren, dass man dort wenig bis keine Erfahrung im Umgang mit ausländischen Bewohnern hat. Probleme bei der Pflege von Migranten sehe man dort, so ein Ergebnis der Studenten, aber ausschließlich im Umgang mit Menschen mit muslimischer Religionszugehörigkeit – also vor allem aus der Türkei. Migranten aus Polen, Russland und anderen Ländern, so die Erfahrung in den Heimen, seien besser integriert.

In den Heimen bestehe kein Zweifel, dass das Personal besser auf die speziellen Bedürfnisse von Migranten vorbereitet werden und auch mehr junge Migranten für die Arbeit in der Altenpflege gewonnen werden müssen. Im weiteren Verlauf ihrer Untersuchungen wollen die Studenten mit Interviews und Fragebögen die Wünsche von älteren Migranten rund um Pflege und Krankheit ermitteln. Bisher sei es jedoch schwierig, Interviewpartner mit ausreichenden Deutschkenntnissen zu finden.