Studie: Deutsche sind bei Steuern ehrlich wie nie

Prominente Gegenbeispiele

Die Deutschen sind laut Steuerzahlerbund beim Thema Steuern so ehrlich wie nie. Der Kauf von Steuer-CDs und Verfahren gegen prominente Steuerhinterzieher zeigen offenbar Wirkung. Wir stellen noch einmal die bekanntesten Steuerfälle vor und erklären, wie sie aufgeflogen sind.

Düsseldorf

24.07.2014, 21:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Januar 2000: Der frühere hessische Landeschef und Bundesinnenminister

(CDU) gesteht schwarze Konten in der Schweiz ein. Bereits 1983 wurden darauf rund 20 Millionen Mark (10 Millionen Euro) transferiert. Im Februar gibt Regierungschef Roland Koch (CDU) zu, die Öffentlichkeit belogen zu haben und verspricht "brutalstmögliche Aufklärung". Die CDU hatte zuvor behauptet, sie habe durch Vermächtnisse jüdischer Emigranten aus dem Ausland mehrere Millionen Mark erhalten. Die Partei räumt auch ein, dass die Vermögensverwaltung der Schweizer Konten 1993 auf eine Stiftung in Liechtenstein übergegangen ist. Kanther legt sein Bundestagsmandat nieder. 2007 wird er wegen Untreue zu einer Geldstrafe verurteilt. Der hessische CDU muss rund 21 Millionen Euro staatliche Fördergelder zurückzahlen. Kochs Karriere schadete die Affäre nicht. Februar 2008: Post-Chef

tritt wegen Steuerbetrugs zurück. Für 4,5 Millionen Euro hatte ein Ex-Mitarbeiter der Liechtensteiner Bank LGT dem Bundesnachrichtendienst zuvor brisante Bankdaten verkauft. Wegen Hinterziehung von knapp einer Million Euro Steuern wird Zumwinkel im Januar 2009 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe und einer Geldbuße von einer Million Euro verurteilt. Hunderte weitere Deutsche geraten in Verdacht. Im Zuge der Affäre kassierte der deutsche Staat mindestens 200 Millionen Euro an Straf- und Nachzahlungen. Bereits Ende der 90er-Jahre waren Bankdaten aus Liechtenstein bei Ermittlern gelandet und hatten Verfahren ausgelöst. 2009 unterzeichnen Liechtenstein und Deutschland ein Abkommen über die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch in Steuerfragen. Januar 2013: Ex-Bayern Chef

zeigt sich beim Finanzamt selbst an. Hintergrund sollen Recherchen des Magazins "Focus" gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft München leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Im März 2014 beginnt, begleitet von einem riesengroßen Medieninteresse, in München der Prozess im "Strafverfahren gegen Ulrich H.". Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Die Summe der hinterzogenen Steuern wird tatsächlich aber höher. Hoeneß soll mehr als 27 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Grundlage sind Berechnungen einer Steuerfahnderin. Hoeneß wird zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Diese tritt er im Juni in der JVA Landsberg an. Februar 2014: Frauenrechtlerin

bekennt sich dazu, seit den 80er Jahren ein Schweizer Konto gehabt und es erst im vergangenen Jahr beim Finanzamt angezeigt zu haben. Für die vergangenen zehn Jahre habe sie insgesamt etwa 200 000 Euro an Steuern nachgezahlt - plus Säumniszinsenzahlung ein steuerliches Ermittlungsverfahren. Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft haben im Mai unter anderem Schwarzers Haus im Bergischen Land bei Köln durchsucht und ein steuerliches Ermittlungsverfahren gegen Schwarzer begonnen. Laut "Focus" und "Spiegel" soll die Chefredakteurin der Zeitschrift "Emma" sogar noch mehr als angegeben unterschlagen haben. Schwarzer dementiert dies. Die Staatsanwaltschaft wollte den Fall nicht kommentieren.