Sturm „Kirsten“ in NRW: Bäume entwurzelt – Zug evakuiert – A44 gesperrt

Sturmtief

Tief „Kirsten“ hat am Mittwoch in NRW gewütet. Es gab Zugausfälle im Bahnverkehr, die Autobahn 44 war gesperrt. Und auch sonst richtete „Kirsten“ einigen Schaden an.

NRW

26.08.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr in ganz NRW.

Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr in ganz NRW. © Feuerwehr Grevenbroich

Mit Böen von bis zu 90 Stundenkilometern ist Sturmtief „Kirsten“ am Mittwoch über Nordrhein-Westfalen gefegt. Vielerorts meldeten die Feuerwehren Einsätze wegen umgestürzter Bäume. Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen durch herabfallende Äste. Im Bahnverkehr sorgten entwurzelte Bäume zeitweilig für Streckensperrungen. Die Autobahn 44 wurde wegen des Sturms für mehrere Stunden gesperrt.

In Hünxe im Kreis Wesel wurde eine Autofahrerin leicht verletzt, als ihr ein Baum auf die Motorhaube fiel. Ein 14-jähriges Mädchen wurde in Paderborn laut Polizei von einem Ast getroffen und kam vorsorglich in ein Krankenhaus. Auch in Kleve traf ein Ast einen Motorradfahrer.

Regionalexpress mit 100 Leuten evakuiert

Die Deutsche Bahn ließ bei Dortmund-Aplerbeck einen Regionalexpress evakuieren, weil der Zug wegen eines auf dem Gleis liegenden Baumes nicht weiterfahren konnte. Die rund 100 Reisenden hätten mit einem Ersatzzug von einem Nebengleis aus weiterfahren können, wie ein Bahn-Sprecher sagte.

Auch auf anderen Bahnstrecken landesweit gab es Sperrungen, zum Beispiel bei Köln, Ennepetal, Schwerte und Aachen. Bahnreisende mussten Umleitungen und Verspätungen in Kauf nehmen, betroffen gewesen sei vor allem der Nahverkehr, sagte der Sprecher. „Die meisten Störungen konnten schnell beseitigt werden, weil wir vorbereitet waren.“ Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor starken Sturmböen gewarnt.

Lastwagen auf der A44 umgekippt

Auf der Autobahn 44 in Höhe Holz kam es am Morgen zu Sichtbeeinträchtigungen durch aufgewirbelten Staub, wie die Düsseldorfer Polizei mitteilte. Zudem war durch den Sturm ein Lastwagen auf der Autobahn umgekippt. Auch nach den Räumungsarbeiten blieb die A44 wegen des böigen Windes aus Sicherheitsgründen noch mehrere Stunden gesperrt.

In Neuss führte eine abgerissene Starkstrom-Freileitung nach Angaben der Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand. In Kleve flog ein Trampolin durch die Gegend und beschädigte ein geparktes Auto.

In Grevenbroich musste die Feuerwehr lose Teile einer Photovoltaikanlage entfernen. Im Kreis Paderborn wehte der Sturm mehrere Wahlplakate auf die Straße. „Der Staatsschutz wird in diesem Fall aber von weiteren Ermittlungen gegen Sturmtief Kirsten absehen“, teilte die Kreispolizei Paderborn augenzwinkernd mit.

Wegen der erhöhten Gefahr, dass Bäume umstürzen könnten, blieben die Zoos in Dortmund und Wuppertal am Mittwoch geschlossen. Auch einige Wildparks - etwa in Köln und Düsseldorf - und der Westfalenpark in Dortmund blieben aus Sicherheitsgründen zu. Da die Bäume zurzeit noch viel Laub tragen, böten sie dem Wind eine besonders große Angriffsfläche, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Im Laufe des Abends sollte der Sturm deutlich abflauen, für Donnerstag erwarteten die Meteorologen nur noch schwachen Wind.

dpa

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