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Subrosa zeigt keine Bundesliga mehr - andere Kneipen unsicher

Zu teure Fußball-Übertragungen

Die Unruhe in Dortmunds Fußballkneipen ist groß: Wer alle Bundesliga-Spiele zeigen will, braucht ab der neuen Saison zwei Lizenzen, eine von Sky, die andere von Eurosport. Wie das klappt, wissen viele Betreiber noch nicht. Mit dem Subrosa in der Nordstadt verzichtet nun die erste Institution der Kneipenszene auf Übertragungen.

DORTMUND

, 24.07.2017 / Lesedauer: 3 min
Subrosa zeigt keine Bundesliga mehr - andere Kneipen unsicher

Das Subrosa in der Gneisenaustraße ist eine Institution der Dortmunder Kneipenszene.

Seit 1993 gibt es das Subrosa in der Nordstadt, annähernd genau so lange wird dort Fußball übertragen. Wurde dort Fußball übertragen, denn das Spiel ist dort aus. Ein langer Prozess sei das gewesen, sagt Geschäftsführer Cornel Alex. Den finalen Ausschlag aber gab der Umstand mit den beiden Lizenzen.

Wenn man das „Subrosa“ in Dortmund googelt, steht dort noch: „Die urig-gemütliche Hafenbar mit bodenständiger Küche bietet Livemusik, Poetry-Slams und Sportübertragungen.“ Urig-gemütlich wird das Subrosa bleiben, Sportübertragungen aber gehören der Vergangenheit an. „Mit den Fußballübertragungen verbrenne ich Geld“, sagt der Subrosa-Chef und rechnet kurz vor: In der vergangenen Saison musste er jeden Monat 932 Euro netto bezahlen, um seinen Gästen BVB-Spiele zu bieten. Auch in den spielfreien Monaten.

Wie teuer das jetzt geworden wäre, weiß er im Moment auch nicht. Klar ist nur, dass er in der kommenden Bundesliga-Saison zwei Abonnements hätte abschließen müssen. Eins, wie gehabt, bei Sky, ein weiteres bei Eurosport. Der Sender hat sich die Rechte an 45 Bundesligaspielen gesichert. Wer hier Kunde werden möchte, braucht noch einen Streaming-Adapter.

"Niemand weiß, wie das funktionieren soll"

„Wie das funktionieren soll, weiß im Moment noch niemand, mit dem ich gesprochen habe.“ Sagt Christopher Reinecke, Geschäftsführer der Kneipe „Mit Schmackes“ an der Hohen Straße. Das Lokal, das Reinecke mit Geschäftsfreund Kevin Großkreutz aus der Taufe hob, ist ein knappes Jahr alt und hat sich zu einem beliebten Fußball-Treff entwickelt. Spielübertragungen inklusive.

Und auch für die kommenden Spiele gibt es schon Vorbestellungen. „Wir wollen den Vertrag mit Sky verlängern“, sagt Reinicke. Am Donnerstag hat er einen Termin mit dem Sender. Bei dem sich auch klären muss, ob Sky, da der Sender weniger Spiele anbietet, preislich günstiger wird. Und wie es um eine Gastro-Bundesliga-Lizenz von Eurosport steht, die es noch nicht gibt. Die Spiele überträgt der Sender über einen Web-Player, wofür man eine vernünftige Internet-Leitung bräuchte – die es laut Reinicke an der Hohen Straße im Moment nicht gibt.

"Das gäbe ein paar enttäuschte Gesichter"

Fußball anbieten will man auch im Wenkers am Markt. Hier setzt man darauf, dass es kurz vor Beginn des Ligabetriebs noch eine Einigung zwischen Sendern und Gastronomien gibt. „Falls das nicht gelingen sollte, wovon wir nicht ausgehen, gäbe es wahrscheinlich ein paar enttäuschte Gesichter“, heißt es am Alten Markt.

Auch das FZW wird sein Fußballangebot einschränken. Dort werden mit Beginn der neuen Saison nur noch Endspiele gezeigt werden. Das habe aber terminliche Gründe.

Eurosport will alle Fußballkneipen erreichen

Bei dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Abteilung Westfalen, sind die Fußball-Übertragungen noch kein Thema. Was sie dann, so heißt es von der Dehoga, werden, wenn der Ligabetrieb losgeht.

Eurosport hatte zuletzt angekündigt, dass es dem Sender ein Anliegen sei, dass Fußball-Kneipen die Bundesliga vollumfänglich anbieten könnten. Cornel Alex werden sie damit nicht mehr erreichen.

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