"Suicide Squad" zeigt Helden mit Dachschaden

Im Kino

Schwerkriminelle mit Dachschaden müssen die Welt retten. Ein Lohnkiller, eine sexy Lolita, ein Feuerspucker, ein Krokodilmann und ein Meisterdieb bilden die "Suicide Squad" in der Comicverfilmung von David Ayer.

16.08.2016, 18:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist eine Liga von Anti-Helden aus dem Kosmos von DC Comics, wo sich auch Batman tummelt, der am Ende des Films als sein Alter Ego Bruce Wayne (Ben Affleck) eine geplante Fortsetzung bewirbt.

PR-Fritzen preisen die "Suicide Squad" (auf deutsch: Selbstmordkommando) als das Non Plus Ultra des Genres, man erwarte aber nicht zu viel. Das kreative Potenzial des Films bleibt überschaubar, inhaltlich wie stilistisch. Der "Heldenauftrieb" ist ein alter Hut. Jeder Akteur wird in einer Kurzbiografie mit Fertigkeiten und Strafregister vorgestellt, dazu ein Hit mit passender Signatur - etwa "Dirty Deeds" von AC/DC. Deadshot (Will Smith) verfehlt nie sein Ziel. Harley Quinn (Margot Robbie) war mal Psychiaterin, bevor sie ihrem Patienten, dem Joker (Jared Leto) verfiel und zur Amazone wurde.

Hulk mit Schuppenhaut

Diablo speit Flammen, wenn man ihn reizt. Captain Boomerang (Jai Cortney) versteht sich auf Wurfgeräte. Und Killer Croc ist quasi ein Hulk mit Schuppenhaut. Eine Regierungsagentin (Viola Davis) rekrutiert die Schurken noch im Knast und lässt die "Suicide Squad" die Kastanien aus dem Feuer holen. Es geht gegen eine Zauberin, die ihren Bruder erweckt (ein Motiv aus "Die Mumie"), sich eine Armee aus Untoten backt und Midway-City verwüstet.

Motivation und erzählerischer Kick des Plots sind sehr dünn. Tempo (anfangs überhastet), Randale-Action und sarkastischer Jux sind die Trümpfe des Films. Mit der Fahnentreue der "Suicide Squad" ist es nicht weit her: Harley Quinn wartet nur darauf, dass der Joker sie vom Dienst befreit.

Joker war schon mal besser

Ja, der Joker: Jared Leto hat die Metallbeißer von Marilyn Manson, entfaltet aber nicht den Irrwitz und die Tiefe, die Heath Ledger für Christopher Nolan an den Tag legte. Überhaupt haben wir es bei den Personen mit Funktionsträgern zu tun, denen ein dünnes Charaktermäntelchen übergeworfen wird.

Mit den Kampfsequenzen hat David Ayer sein Pulver im Grunde verschossen, die Tricks sind allenfalls Durchschnitt. Der Soundtrack war sicher teuer, garniert aber bloß einen Film, der nichts riskiert und das Erfolgsrezept von DC und Marvel kaum variiert. Innovation sieht anders aus.