Superintendant Hein Mulders ist ein Opernexperte mit Liebe zum Konzert

Chef von Aalto-Oper und Philharmonie

ESSEN Die Entscheidung kam überraschend, dabei hatte sich die Findungskommission der Theater und Philharmonie Essen (TUP) sieben Monate Zeit gelassen mit der Suche nach dem neuen „Superintendanten“, der ab der Spielzeit 2013/14 Aalto-Oper und Philharmonie in Personalunion leiten soll. In Amsterdam ist man fündig geworden: Der 48-jährige Hein Mulders rückt von der zweiten Reihe als künstlerischer Leiter der Oper Amsterdam in die doppelte erste Reihe vor.

von Von Julia Gaß

, 10.05.2011, 18:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hein Mulders wird 2013 Intendant der Aolto Oper und Philharmonie Essen.

Hein Mulders wird 2013 Intendant der Aolto Oper und Philharmonie Essen.

"Das ist mutig", sagte der freundliche, aber bestimmte Niederländer gestern bei der eilig anberaumten Pressekonferenz. Schon 2012 will er nach Essen ziehen, sich ein Jahr auf die große Aufgabe vorbereiten. Die Lösung spart der Stadt auf jeden Fall Geld. Mulders ist ein Opernmann, war 16 Jahre Castingdirektor der Oper in Antwerpen, danach fünf Jahre in Amsterdam. "Ich freue mich, zu meiner alten Liebe Konzert zurückzukehren", sagt er. Fünf Jahre war er Orchesterleiter des niederländischen nationalen Jugendorchesters.Schwerpunkt Neue Musik In Oper und Konzerten möchte er einen größeren Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik legen. Das Opernensemble kenne er von vielen Besuchen und schätze es, will aber auch seine Kontakte nach Amsterdam und Antwerpen bei Engagements nutzen. Neue Musik und Barockmusik seien seine Leidenschaften. Das will er als Handschrift auch im Philharmonie-Spielplan deutlich machen. Die Konzertreihen, die Philharmonie-Chef Johannes Bultmann angelegt hat, seien gut, er wolle sie beibehalten.Philharmoniker im Fokus Und die Essener Philharmoniker sollen mehr im Fokus stehen. "Sie sind das Hausorchester der Philharmonie und sollen auch Stars begleiten. Sie sind für mich so wie das Concertgebouw in Amsterdam", betont Mulders. Generalmusikdirektor und Opernintendant Stefan Soltesz will er für Strauss- und Wagner-Produktionen als Gast immer wieder einladen. Die Zahl der Produktionen (fünf in der Oper und gut 100 in der Philharmonie) will der Niederländer beibehalten.Einsparungen Es seien strukturelle Einsparungen, keine in der künstlerischen Qualität, betont TUP-Geschäftsführer Berger Bergmann. Mulders setzt auf Teamarbeit, will die künstlerischen Leiter von Oper und Philharmonie mehr in den Vordergrund rücken, "führen und gut delegieren", sagt er.

Es wird ein radikaler Schnitt: Zeitgleich mit dem neuen Intendanten startet ein neuer Generalmusikdirektor. Soltesz habe angeboten, noch ein Jahr zu überbrücken. Das sei nicht nötig; Hein Mulders will sich mit um die Suche nach einem neuen Chefdirigenten kümmern.

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