Supermarkt-Räuber verprassten Beute in zwei Monaten

Urteil im Überfalls-Prozess

Die zwei jungen Männer auf der Anklagebank wirkten wie „Mamas Lieblinge“. Sie machten einen ordentlichen Eindruck, wirkten freundlich und intelligent. Ihre Tat gehört allerdings in die Schublade „Schwerstkriminalität“. Die Urteile nach einem Raubüberfall auf einen Supermarkt: einmal zwei Jahre Haft auf Bewährung, einmal drei Jahre und zwei Monate Jugendgefängnis.

BOCHUM

von Von Elmar Venohr

, 02.02.2012, 10:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein weiterer, bereits verurteilter, Komplize hatte am Eingang „Schmiere gestanden“. Vor dem Jugendschöffengericht legten die beiden gestern ein umfassendes Geständnis ab, entschuldigten sich gleich mehrfach für ihr Verhalten. Glück für den einen Angeklagten: Da er strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getreten war, sofort nach der Festnahme rückhaltlos „auspackte“, durfte er den Gerichtssaal nach rund fünf Monaten Untersuchungshaft als freier Mann verlassen. Der bereits zweimal einschlägig vorbestrafte Kollege musste dagegen wieder einrücken. „Und das alles für zwei Monate schönes Leben“, wie die Richterin betonte.

Die Beute hatten die Angeklagten, die in der „Hustadt“ wohnten, schnell verprasst, mussten sogar noch etwas abgeben, da sie erpresst wurden. „Es gab eine Serie von Supermarkt-Überfällen. Wer da plötzlich viel Geld hatte, fiel auf“, so die Richterin. Mutmaßlicher Tippgeber war ein damaliger Azubi des Marktes, der mittlerweile entlassen worden ist. Gegen ihn wird ebenfalls ermittelt. Er soll auch eine Belohnung aus der Beute bekommen haben.