Symphoniker sollen in die Christuskirche

Vorschlag

Eine Spielstätte für die Symphoniker? Eine göttliche noch dazu? Und das für nur drei, statt 30 Millionen Euro? Ein neuer Vorschlag zum Thema Konzerthaus zeigt, wie das gehen soll.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 14.10.2010, 09:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spielen werden die Symphoniker auch weiter. Aber wo? Sie wollen nicht mehr ständig umziehen müssen.

Spielen werden die Symphoniker auch weiter. Aber wo? Sie wollen nicht mehr ständig umziehen müssen.

„Ich brauche kein Konzerthaus für 30 Millionen Euro“, sagt Hans Otto Forth. „Das kann sich die Stadt nicht leisten.“ Diese Meinung ist inzwischen politischer Konsens. Von der Stadt wird es auf absehbare Zeit kein Geld für eine Spielstädte geben. Exakt 100 Euro sind als Platzhalter im Haushalt für ein Konzerthaus eingebucht. „Stellt sich also die Frage nach Alternativen“, geht Forth den nächsten Schritt. Er ist überzeugt, diese in der Christuskirche gefunden zu haben.

Mit dem Pfarrer der Kulturkirche hat er gesprochen. Seine Tür steht für die BoSy offen. Bereits vor zwölf Jahren hat der die Symphoniker eingeladen, die Kirche zu ihrer Spielstätte zu machen. Die Antwort auf seinen Brief lässt bis heute auf sich warten.

„Auch dieser Raum bedarf Investitionen“, so Forth. Sein Blick schweift durch das Kirchenschiff. Eine passende Bestuhlung fehlt, die Akustik ließe sich verbessern. „Drei Millionen Euro“, rechnet er vor. „Wir bespielen die Christuskirche bereits, doch das Platzangebot für sowohl Symphoniker als auch Besucher ist begrenzt“, erklärt BoSy-Sprecherin Christiane Peters. Die Hauptaufgabe des Orchesters, große Symphoniekonzerte zu spielen, sei dort nicht zu realisieren. „Wir müssten weiterhin ständig umziehen“, so Peters. Genau das solle jedoch vermieden werden.

Ein Argument, das Forth nicht gelten lässt. „BoSy und gerade die Stifter müssen mit ihrem Konzept brechen“, fordert er und rechnet vor: In die Kirche passen derzeit 842 Menschen. Die Symphoniekonzerte würden im Schnitt von 711 Menschen besucht. Für außergewöhnliche Großereignisse gebe es das Audimax oder regionale Alternativen. „Von Seiten der BoSy sollte man das Gespräch mit dem Kirchenkreis suchen“, sagt Forth. Sonst besteht die Gefahr, dass die Symphoniker in den aktuellen Haushaltdebatten in die Sparmühlen geraten.