Tänzer zeigen ihre Anmut und ihre Alpträume

Musiktheater im Revier

Für das Kleine Haus des Musiktheaters im Revier hat Gastchoreographin Cathy Marston, die in der Spielzeit zuvor schon Strawinskis Orpheus in Szene setzte, ein ungemein atmosphärisches und poetisch anspruchsvolles Kammerballett erfunden, in dem das Ensemble sich sozusagen selbst gespiegelt erkennt. Wie ist ihr das gelungen?

GELSENKIRCHEN

, 27.05.2014, 12:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tänzer zeigen ihre Anmut und ihre Alpträume

Petar Djorcevski und Bridget Breiner in einer Szene von »Drei Schwestern.

Sie hat sich Anton Tschechows Drama „Drei Schwestern“ zu eigen gemacht, in dem drei junge Russinnen mit verzweifelter Sehnsucht Auswege aus ihrer provinziellen Enge suchen, sie aber letztlich nicht finden.Mitten ins Herz Aber sie hat diese Problematik auf das Leben einer Tanztruppe bezogen, die im Ballettsaal im täglichen Training, auch gegeneinander, darum kämpft, Außerordentliches zu erreichen.

Nachts allein gelassen, suchen die Tänzer nach Liebe oder verfallen in Träume, ja in Alpträume. Damit aber hat Marston die Tänzerinnen und Tänzer des Ensembles mitten ins eigene Herz getroffen: Sie ertanzen ihre Partien nicht nur mit hohem technischen Können, sondern mit Leidenschaft, ja sie erfühlen sie, weil sie sich selbst dabei erkennen müssen.