Täter von London: Rassist oder psychisch gestört?

Attacke auf Muslime

Er raste mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge vor einer Moschee in London und verletzte mehrere Menschen. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist der Täter nun identifiziert. Die Polizei spricht klar von einer "Attacke auf Muslime", Angehörige berichten stattdessen von möglichen psychischen Problemen.

LONDON

20.06.2017, 10:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nahe einer Moschee ist ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren.

Nahe einer Moschee ist ein Fahrzeug in eine Gruppe von Menschen gefahren.

Nach der Attacke auf Muslime vor einer Moschee in London ist der Täter nach übereinstimmenden Medienberichten identifiziert. Es handelt sich demnach um den 47-jährigen Darren O. aus Cardiff, einen vierfachen Familienvater. Scotland Yard wollte dies am Dienstag auf Anfrage nicht kommentieren.

In einer Stellungnahme sprachen Angehörige von möglichen psychischen Problemen des 47-Jährigen. „Er ist kein Rassist“, sagte ein Neffe. „Er ist offenbar einfach verrückt.“ Seine Schwester erklärte, Darren habe seit Jahren „Probleme“ gehabt. Die Mutter bezeichnete ihren Sohn in einem Interview des Fernsehsenders ITV als „komplexe Person“, ohne aber ins Detail zu gehen.

Rassist oder nicht?

Nach einem Bericht des „Telegraph“ soll Darren O. sich seit einigen Wochen zunehmend negativ über Muslime geäußert haben. So habe er einen zwölfjährigen Asiaten aus der Nachbarschaft beleidigt und sei am Tag vor der Attacke wegen ausländerfeindlicher Äußerungen aus einer Kneipe geflogen. „Er ist laut und aggressiv“, zitierte die Zeitung einen Besucher des Pubs in Cardiff, der Hauptstadt von Wales.

Der 47-Jährige war in der Nacht zum Montag mit einem Miet-Fahrzeug in eine Menschenmenge nahe der Moschee im Londoner Norden gerast. Mehrere Mitglieder der Gemeinde wurden verletzt. Der Fahrer steht nach Polizeiangaben unter Terrorverdacht. Die Bluttat sei „ganz klar eine Attacke auf Muslime“ gewesen, sagte Polizeichefin Cressida Dick. 

dpa