Tag der offenen Tür im Marien-Hospital

WITTEN Eigentlich meiden die meisten Menschen Krankenhäuser, solange es nur irgendwie geht. Nicht so am Sonntag. Kaum haben die Kirchenglocken das Gottesdienstende eingeläutet, warten bereits zahlreiche Besucher vor dem Marien-Hospital, das sein 150-jähriges Bestehen ab 11 Uhr mit einem Tag der offenen Tür samt Gesundheitsmesse feiert.

von Von Biánca Belouanas

, 15.06.2008, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich am Eingang des Krankenhauses bekommen Besucher einen Patientenpass, der sie auf einem Gesundheitsparcours quer durch das Haus lotst. Für die angehende Krankenpflegerin Sarah Kruppa und Kollegen bedeutet das Blutabnehmen im Akkord. Auch Felix (14) lässt sich in den Zeigefinger ritzen: „Ich will endlich mal wissen, welche Blutgruppe ich habe.“

Blutzucker- und Lungenfunktion stehen auf der Checkliste

Dann bekommt er eine Nummer, unter der er später das Ergebnis abholen kann. „Eigentlich dauert das nur 20 Minuten“, sagt Kruppa, „aber wegen des großen Andrangs sind es jetzt schon 1,5 Stunden.“ Zeit genug, um auch die anderen fünf Stationen in aller Ruhe zu absolvieren.

Blutzucker- und Lungenfunktion stehen ebenso auf der Checkliste wie die Ermittlung von Body-Mass-Index, Pulsfrequenz, Blutdruck sowie die Messung der Cholesterinwerte. Bei auffälligen Werten wird dem Besucher ein Arztbesuch empfohlen. Hinter den Kulissen, im Labor, arbeiten die Medizinisch-Technischen Assistenten auf Hochtouren.

Vorträgen über Herz-, Gefäß- und Atemwegserkrankungen

„524 Blutproben sind hier zwischen 11 und 13 Uhr eingegangen. Ungefähr die Hälfte der Blutgruppen haben wir bestimmt“, sagt Monika Gille und untersucht weiter, während hunderte von Besuchern durch das Hospital wandern. Vorbei an den Informationsständen von Selbsthilfegruppen, auf dem Weg zum nächsten Gesundheits-checkpunkt oder Vorträgen über Herz-, Gefäß- und Atemwegserkrankungen, Brustkrebs und Risikogeburten.

Immer wieder bleiben sie stehen, um den Vorführungen der Ärzte zuzusehen, etwa wenn Dr. Peter Schulte dank seiner Instrumente das unendlich komplizierte Röhrensystem der Bronchien auf den Monitor bringt. Ähnlicher Methoden bedient sich auch Udo Theis, Facharzt für Innere Medizin, als er im Zelt vor dem Hospital die Magenspiegelung an einem Bio-Modell vorführt – täuschend echt aussehende Magenschleimhaut auf dem Bildschirm inklusive.

Die Standplätze im Zelt hat das Hospital u.a. an externe Praxispartner vermietet, die sich dort mit ihren Ständen präsentierten. „Damit decken wir einen Teil unserer Kosten. Es bleibt ein kleines Minus zurück, aber das ist uns die 150-Jahr-Feier wert“, sagt Prokuristin Simone Lauer.