Tagesbruch bedroht Pferdehof

Bergbauschäden

WITTEN „Die Existenz meines landwirtschaftlichen Betriebes steht auf dem Spiel“, sagt Wilfried Böckmann. Er bangt derzeit um seinen Hof an der Oberkrone 76. Wo sonst Pferde weiden oder Kinder ausreiten, hatte sich in der Nacht zum Mittwoch der letzten Woche plötzlich ein kreisrundes, 2,50 Meter tiefes Loch mit einem Durchmesser von rund sechs Metern aufgetan.

23.10.2009, 06:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
So kann man sich doch nicht aus der Verantwortung für Mensch und Tier stehlen, findet Sigrid Pforr.

So kann man sich doch nicht aus der Verantwortung für Mensch und Tier stehlen, findet Sigrid Pforr.

„Das Flöz Mausgatt“, kann Böckmann inzwischen präzisieren, der von der drohenden Gefahr in seinem Erdreich bislang so konkret nichts wusste: „Das scheint nicht ausreichend verfüllt worden zu sein.“Die Verantwortlichen scheuen die Kosten

„Das Flöz Mausgatt“, kann Böckmann inzwischen präzisieren, der von der drohenden Gefahr in seinem Erdreich bislang so konkret nichts wusste: „Das scheint nicht ausreichend verfüllt worden zu sein.“Die Verantwortlichen scheuen die Kosten

Die damals Verantwortlichen sind nicht mehr greifbar, ihr Rechtsnachfolger ist der Energiekonzern EON. Mit dem verhandelt der Landwirt inzwischen: „Alle sind sehr freundlich. Doch ich fürchte, man scheut die Kosten, den Untergrund so herzurichten, dass er ohne Risiko für Mensch und Tier weiter genutzt werden kann.“

Am Donnerstag schüttete ein Landschaftsbaubetrieb im Auftrag von EON das Loch mit einem Gemisch aus Erde und Schotter einfach wieder zu. Als sichere Lösung erscheint das auch Fachleuten nicht. Die Nachbarn aus der Hevener Mark machen sich ebenfalls Sorgen.

Schwierige Jugendliche

„Der Platz wird gebraucht“, fordert auch Sigrid Pforr von EON eine verantwortliche Haltung ein. Erst im April ist sie mit dem Verein „Pferd hilft Mensch“ auf den Hof Böckmann gezogen. Und Sigrid Pforr will hier auch nicht wieder weg: „Denn wo kommt man denn sonst mit fünf Pferden und 30 Kindern und Jugendlichen unter, die nicht so ganz einfach sind?“

In Witten fühlen sich alle Vier- und Zweibeiner pudelwohl. Die Pferde arbeiten mit Kindern, die oft aus sozial schwachen Familien kommen und beispielsweise Aufmerksamkeitsstörungen haben. Aber auch zehn junge Hobbyreiter schwingen sich auf dem Hof regelmäßig in den Sattel. Wilfried Böckmann will, dass das so weiter gehen kann. Das Landesoberbergamt als Behörde ist in diesem Fall nach Angaben des Pressesprechers Christoph Söbbeler außen vor: „Sicher ist der betroffene Landwirt da in einer schwierigen Situation. Auch wenn er eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zur künftigen Nutzung des Geländes haben will, ist EON der einzige Ansprechpartner.“