Takeover

Jussi Adler-Olsen

Zum Glück können Autoren sich weiterentwickeln und die Qualität ihrer Bücher steigern. Jussi Adler-Olsen ist so einer. "Takeover", 2003 zum ersten Mal veröffentlicht und jetzt auf dem deutschen Markt, kann nämlich trotz der politisch hoch spannenden Geschichte nicht halten, was Adler-Olsens spätere Thriller rund um Sonderermittler Carl Mørk versprechen.

22.11.2015, 13:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie der Titel schon sagt, es geht um Geschäftsübernahmen, um Machtergreifung. Darauf ist der in Indonesien geborene, niederländische Geschäftsmann Peter der Boer spezialisiert.

In seiner Firma helfen ihm viele Spezialisten bei der diskreten Abwicklung heikler Aufträge. Auf der Suche nach Nachwuchs-Kräften lernt er die junge und schöne Halb-Indonesierin Nicky Landsaat kennen.

Abgedroschene Liebesgeschichte

Der Funke zwischen den beiden springt über, und Adler-Olsen entwickelt eine Liebesgeschichte, die man in diversen Groschenheften schon so oder ähnlich gelesen hat.

Dabei will man in Wirklichkeit doch wissen, wie de Boer den Kopf aus der Schlinge des irakischen Geheimdienstes zieht, der ihn in der Hand hat und ihn beauftragt, einen großen Öl-Konzern auf seine bewährte Art in die Knie zu zwingen. Man will wissen, welchen seiner leitenden Angestellten de Boer noch vertrauen kann.

Zuviel Familiengeschichte

Die Verbindungen zum internationalen Terrorismus sind so fesselnd beschrieben, dass die schwülstige Liebesgeschichte fast schon nervt, weil sie das atemberaubende Tempo des Thrillers ausbremst. Und auch bei den komplizierten Familiengeschichten wäre weniger mehr gewesen.

 

Jussi Adler-Olsen: Takeover, 592 S., dtv, 19,99 Euro, ISBN 978-34232-8070-9.

Lesen Sie jetzt