Talkmaster in Topform

BoSySchmidt Show

BOCHUM Harald Schmidt und die Bochumer Symphoniker - wie das zusammen geht, erfuhr das Bochumer Publikum erstmals am Freitagabend. Bei der BoSySchmidt Show präsentierten sich sowohl der Talkmaster als auch das Orchester in Topform.

von Von Max Florian Kühlem

, 27.11.2011, 13:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Harald Schmidt im Gespräch mit BoSy-Chef Steven Sloane in Bochum.

Harald Schmidt im Gespräch mit BoSy-Chef Steven Sloane in Bochum.

Dass Harald Schmidt immer mehr war als ein zynischer Begleiter von Politik und Zeitgeschehen, hat er unter anderem mit einem Theaterengagement unter Matthias Hartmann gezeigt. Vor zehn Jahren spielte er am Schauspielhaus Bochum den Lucky in "Warten auf Godot". Jetzt wieder in der Stadt zu sein und auf Einladung von Generalmusikdirektor Steven Sloane auf dem Gebiet der klassischen Musik zu wirken, scheint ihm eine unbändige Freude zu bereiten. Er wirkt gelöst und locker, moderiert voller spontanem Witz und Schlagfertigkeit - viel besser als in der aktuellen TV-Show.

Lammert und Kermes zu Gast

Auf der Couch, die man ihm in bester Wetten-dass-Manier auf die Bühne gebaut hat, gelingt jeder Talk: Bundestagspräsident Norbert Lammert, der das Orchester zu Edward Elgars "Pomp And Circumstance" dirigierte, verrät das Geheimnis um seinen Taktstock: "In einem Anfall von Geisteskrankheit war man der Meinung, ich müsse die Zugabe eines Berliner-Symphoniker-Konzerts dirigieren. Simon Rattle hat ihn mir anschließend geschenkt." Kritische Töne zum Klassikbetrieb entlockte er der Star-Sopranistin Simone Kermes ("Mein nächster Gast hat den Echo Klassik gewonnen und ist trotzdem großartig"). Opern-Regisseure hätten heute oft keinerlei Verständnis für Musik, bemängelte sie. Auch machten die langen Vorlaufzeiten wenig Sinn: "Wie kann ich heute wissen, ob ich in fünf Jahren in der Lage bin, die Königin der Nacht zu singen?"

Werbung für das immer noch in Planung befindliche Bochumer Musikzentrum durfte Steven Sloane machen: "Momentan hört das Orchester nur bei Gastspielen was es wirklich kann", erlaubte er sich einen Seitenhieb auf die schlechten akustischen Bedingungen in den Bochumer Sälen.Weitere Zusammenarbeit

Zweck der rund zweistündigen Show war nicht nur die Unterhaltung der rund 2000 Besucher im RuhrCongress, sondern auch die Ankündigung kommender Konzerte. Noch sechs Mal wird Harald Schmidt bis Juni 2012 den Konzertsaal mit den BoSy teilen. Unter anderem durch Mozarts "Hochzeit des Figaro" führen, dessen Ouvertüre am Abend erklang. Riesiger Jubel und befreites Gelächter zeigten: Das Publikum wird da sein.

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