Tanzbarer Protest in der Freilichtbühne

Odyssee-Festival

Partystimmung in der Freilichtbühne: Mit „Banda Senderos“ und „Doctor Krapula“ machten am Samstag die ersten zwei Bands der diesjährigen „Odyssee“ von Funkhaus Europa Station in Wattenscheid. Dass beide Bands dabei dem Publikum ordentlich einheizten, ist keineswegs eine Übertreibung.

BOCHUM

, 12.07.2015, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Musiker von „Banda Senderos“ war der Weg nicht besonders weit: Aus Essen stammt die Formation, die mit ihrem Latin-Pop das Konzert am Samstagabend eröffnete – und die Messlatte für den Abend ziemlich hoch ansetzte. War das Publikum auf der Freifläche direkt vor der Bühne anfänglich noch recht überschaubar, schafften es die aus aller Welt stammenden Musiker im Laufe ihres Auftritts immer mehr Menschen zum Tanzen zu bringen.

Und das hatte zwei Gründe: Zum einen ist es die Musik selbst. Mal groovend, mal druckvoll treibend, sorgte die Musik für einen eindeutig spürbaren Bewegungsdrang. So fiel es selbst den Besuchern auf den Sitzplätzen schwer, ruhig zu bleiben. Der andere Grund ist die schier unbändige Energie der Band, allen voran die der beiden fast durchweg tanzenden Sänger Seba Campos und Dan Brown.

Zugaben gefordert

Am Ende ihres Sets machte das Publikum lautstark deutlich, dass es mit „Banda Senderos“ gerne noch weiter gefeiert hätte, doch die Essener Band räumte nach etwas mehr als Dreiviertelstunde das Feld für die Gäste aus Kolumbien. In Südamerika bereits schon sehr bekannt, ist die Band aus Bogotá in Deutschland immer noch ein Geheimtipp. Das jedoch lässt sich kaum nachvollziehen.

Denn die Formation um Sänger Mario Muñoz spielt eine sehr eingängige Mischung aus Ska und Punk-Rock, der stellenweise schon die Grenze zum Pop überschreitet. Zwar stellten die Musiker in Wattenscheid unter Beweis, dass ihnen auch etwas härtere Gitarrenriffs liegen, aber vieles von dem, was die Menschen in der zu rund 90 Prozent gefüllten Freilichtbühne hören durften, könnte auch seinen Weg in die Charts finden.

Und das überrascht, denn die Texte von „Doctor Krapula“ sind politisch und beschäftigen sich mit Themen wie der Korruption im eigenen Land. So einen Inhalt mit einer überhaupt nicht verkopften Musik zu untermalen, ist klug, schafft die Band damit doch so etwas wie einen tanzbaren Protest. So jedenfalls macht Politik Spaß.

Fazit des ersten Odyssee-Abends 2015: Gute Stimmung, tolle Musik. So darf es dann gerne am 18. Juli mit „Riders Connection“ und „Bukahara“ weitergehen.