Tastenlöwin Buniatishvili brachte Beethoven zur Raserei

Klavier-Festival in Dortmund

Als "Junge Wilde" des Dortmunder Konzerthauses hat Khatia Buniatishvili von 2012 bis 2015 vorwiegend das virtuose Repertoire von Liszt gepflegt und mit französischer Musik begeistert. Zu Gast beim Klavier-Festival Ruhr spielte die Pianistin aus Georgien, die in drei Wochen 30 Jahre alt wird, am Donnerstagabend auch Beethoven.

DORTMUND

, 02.06.2017, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tastenlöwin Buniatishvili brachte Beethoven zur Raserei

Khatia Buniatishvili beim Klavier-Festival im Konzerthaus Dortmundsaunders

Für den größten Jubel im Saal sorgte sie jedoch im zweiten Teil als Liszt- und Chopin-Virtuosin.

Beethovens "Pathétique" changierte zwischen zartem Klavierzauber, der wie eine Träumerei auf die Tasten getupft war, und rasend schnellen Läufen, bei denen hin und wieder mal ein paar Töne fehlten.

Die Pianistin beeindruckt mit himmlischen Klängen

Dieses rauschende Tempo durchzuhalten, gelang auch in den Schubert-Impromptus nicht immer.

Dafür beeindruckte die Georgierin auch dort mit ihrer poetischen Gestaltung und Klangfantasie und stellte Klänge den Saal, deren Töne wie vom Himmel gepflückt wirkten.

Die Große Geste weicht der zarten Poesie

Die Rolle der Tastenlöwin liegt dieser Pianistin mehr. In zwei Balladen von Chopin zeigte sie, wie Bravour am Klavier klingen kann.

Frei im Tempo spielte sie diese Werke und auch Chopins heroische Polonaise - und mit genauem Kalkül für Momente, in denen die große Geste zarter Poesie weichen muss.

Nur weniger Pedal und die Tempi nicht überdrehen

So viel Pedal, wie die 29-Jährige in Liszts "Rhapsodie espagnole" einsetzte, braucht der Tastentanz jedoch nicht: Buniatishvili ist eine glänzende Virtuosin - wenn sie Tempi nicht überdreht.

Mit Liszts zweiter Ungarischer Rhapsodie in der Horowitz-Bearbeitung und Debussys "Claire de lune" dankte Buniatishvili für großen Jubel bei einem Publikum, das beim Klavier-Festival ein völlig anderes ist als sonst im Konzerthaus Dortmund.