Tatort-Kommissar Dietmar Bär ist erster Stuhlpate

Kammerspiele

Unter dem Motto "Mitmachen und die Bude wieder schick machen" hat Schauspieler Dietmar Bär nicht lange überlegt und die Patenschaft für den ersten von insgesamt 400 Kammerspiel-Stühlen übernommen.

BOCHUM

von Von Stefanie Peters

, 26.09.2010, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dietmar Bär übernimmt die erste offizielle Stuhlpatenschaft in den Kammerspielen.

Dietmar Bär übernimmt die erste offizielle Stuhlpatenschaft in den Kammerspielen.

20 Minuten zu spät und keiner regt sich auf: Daran ist der Prominentenstatus zu erkennen... Als Dietmar Bär (49), beim Fernsehpublikum bekannt als Kölner Tatort-Kommissar, das Foyer der Kammerspiele betritt, sind alle Augen auf ihn gerichtet. Der Privatmensch Dietmar Bär ist anders gekleidet als die TV-Figur Freddy Schenk. Banal, aber es fällt auf. Den Tatort-Fahnder kennt man mit maßgeschneiderten Anzügen. Lässiger und alternativer Der Schauspieler außerhalb seiner Paraderolle mag es lässiger und alternativer: Er trägt ein schwarzes Cord-Jackett mit gelb-rotem "Atomkraft - Nein Danke"-Button am Revers. Dazu einen breiten Metallring am Finger und ebensolche Ohrringe. Das Lächeln ist dasselbe. Film- und Fernsehkameras werden gezückt, Mikrofone in Stellung gebracht. Endlich ist Dietmar Bär da.Ehemaliger Schauspielschüler Der Mann, der einst von 1982 bis '85 eine Ausbildung an der hiesigen Westfälischen Schauspielschule absolviert hat, steht ab sofort, "nach 25 Jahren zum ersten Mal wieder", auf Bochumer Bühnenbrettern. Er hat am Schauspielhaus in der aktuellen Spielzeit ein Engagement in der Inszenierung "Eisenstein" von Anselm Weber. Aber um Bärs "Eisenstein"-Rollen geht es an diesem Morgen nicht. Es geht um eine Stuhlpatenschaft, die Bär mit einer Spende von 320 Euro übernommen hat.Finanzielle Mittel fehlten Dietmar Bär ist der erste offizielle Stuhlpate der Kammerspiele, deren in die Jahre gekommene Bestuhlung "dringend erneuert werden muss", wie es der Freundeskreis des Schauspielhauses formuliert. Da finanzielle Mittel fehlen, wurde eine Zweitauflage der Stuhlpatenschafts-Aktion von 2001 geplant. Damals bescherte die Aktion dem Schauspielhaus 800 neue Sitzmöglichkeiten. Die Plaketten auf den Lehnen verweisen bis heute auf die zum Teil prominenten Sponsoren. "Bei den Kammerspielen geht es immerhin nur um 400 Sitze", frohlockt zuversichtlich Freundeskreis-Vorstand Hans Joachim Salmen. Er hofft, dass noch viele Paten, als Privatpersonen, Vereine und Unternehmen, "ihre Liebe zum Theater auf diese Weise bekunden". Dietmar Bär als offizieller erster Stuhlpate drückt es flapsig aus: "Leute, macht mit, dann ist die Bude wieder schön und schick!"