Taubenzuchtverein in Husen feiert 100-Jähriges

HUSEN Woher weiß die Brieftaube eigentlich über hunderte Kilometer, wohin sie fliegen muss? – Auch beim 100-jährigen Vereinsjubiläum des Brieftaubensportvereins „Auf zur Heimat Husen“ kam diese Frage wieder auf den Kaffeetisch und brachte die fünf Vereinsmitglieder erstmal zum Lachen.

von Von Bianka Boyke

, 20.10.2008, 15:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Aber nicht nur wegen der Diskussion solch schwerer Fragen ist die Taubenzucht sehr zeitintensiv und beeinflusst das Leben damit stark. Das wissen die Mitglieder des Brieftaubensportvereins und ihre Angehörigen nur zu gut.„Vor 53 Jahren brachte mein Mann zwar kein Geld, aber jede Menge Tauben mit in die Ehe“, sagt Marianne Pawlak und lacht. Die junge Frau merkte schnell, dass das Hobby ihres Mannes Hans auch ihr Leben im Griff haben würde. „In den Urlaub konnten wir nie zusammen fahren. Wer hätte sich denn um die Tauben kümmern sollen?“ Also packte sie die Koffer alleine für sich und ihren Sohn.

„Früher war das halt so“, sagt der 75-jährige Hans Pawlak. Die Männer gingen zur Zeche und hatten als Hobby ihre „Renner der Lüfte“. Damals gab es noch genügend Mitglieder. 1954 zählte der Verein beispielsweise 50 Erwachsene und sogar neun jugendliche Mitglieder. „Heute sind wir nur noch zu fünft, und mit meinen 72 Jahren bin ich der Jüngste“, sagt Manfred Jurisch und lacht. Dennoch sind die Rentner bei jedem Wettkampf mit Spaß und vor allem viel Ehrgeiz bei der Sache, und Hans Pawlaks Augen beginnen sofort zu leuchten, als er von seiner neuesten Züchtung erzählt: „Da habe ich meine beste Jungtaube 2007 mit meinem schnellsten Täuberich von 2004 gepaart, und jetzt gab‘s zwei Junge.“

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