Tausende Studenten protestieren in Bonn und Bremen

Kultsministerkonferenz in Bonn

BONN Mehrere tausend Studenten aus ganz Deutschland haben am Donnerstag in Bonn gegen die „Bildungsmisere“ und für massive Reformen demonstriert. Die Studenten - sie waren in Bussen, Bahnen und in einem „Bildungsboot“ aus Mainz angereist - sammelten sich im Stadtteil Bad Godesberg zu einem Demonstrationszug.

von dpa

, 10.12.2009, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu der Großdemonstration hatte ein auch von Gewerkschaften unterstütztes breites „Bündnis Bildungsstreik“ aufgerufen. Die Demonstranten wollen die Kultusminister der Länder mit einer Kundgebung zum „Nachsitzen“ zwingen. „Es werden seit Jahren Verbesserungen versprochen, jetzt auch wieder bei Bachelor und Master, aber verändert hat sich nichts“, sagte Student Georg (20) aus Regensburg. Anna-Sophie aus Kassel meinte: „Wenn die Minister da nur so unter sich hocken und sich fast schon verbarrikadieren vor uns, was soll denn da eigentlich Gutes rauskommen? Die Stimmen der Studenten werden ja gar nicht angehört.“ Auf Transparenten verlangten die Demonstranten: „Bessere Bildung. Jetzt sofort!“ Der Deutsche Hochschulverband hatte die Dozenten aufgefordert, am Donnerstag auf Lehrveranstaltungen zu verzichten, um den Studenten eine Teilnahme an der Großdemo zu ermöglichen. Seit Wochen machen Studierende in vielen Städten Druck, gehen zu Tausenden auf die Straße, verlangen bessere Studienbedingungen und besetzen dafür auch vielerorts Hörsäle.

Die Kultusminister hatten kurz vor ihrer Tagung signalisiert, dass sie den Studenten deutlich entgegen kommen wollen. Bei den vor zehn Jahren eingeführten Bachelor- und Masterstudiengängen ist eine radikale Nachbesserung geplant. Auch die Hochschulrektoren hatten nach den andauernden Protesten bereits deutliche Korrekturen beim Bachelor zugesagt, einige Länder haben dazu erste Schritte in in die Wege geleitet. An den Protesten sind auch Auszubildende und Schüler beteiligt, die ein „defizitäres“ Bildungssystem bemängeln und mehr Chancengleichheit bei der Bildung fordern. Für die Protestaktion in Bonn wurde der Verkehr großräumig umgeleitet. Im Vorfeld hatte es Irritationen geben, wie nah die Demonstranten an den Tagungsort der KMK herankommen dürfen. Die Polizei hatte zunächst Sicherheits-Bedenken, ließ die Studenten dann aber doch dicht an das Konferenzgebäude heran.