Ted kifft und pöbelt – und ist stolz darauf

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Ein kiffender, saufender, pöbelnder Teddybär, zuhause in Amerikas "white trash"-Prekariat, Fan von Comics und SciFi-Filmen. Ein Plüschtier auf den Spuren der Hasch-Blödler Cheech und Chong. Die Idee ist ganz schön abgefahren, bescherte der wüsten Komödie "Ted" jedoch ein stolzes Einspiel von 550 Millionen Dollar.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 30.06.2015, 16:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ted kifft und pöbelt – und ist stolz darauf

Mark Wahlberg als John und Amanda Seyfried als Samantha Jackson mit dem frechen Bären Ted.

Typisch Seth MacFarlane, kreativer Motor hinter den TV-Serien "Family Guy" und "American Dad": Ironisch bis brachial-satirisch verhöhnt er das saubere Amerika, reibt ihm eine Mischung aus Ferkelei und politischer Unkorrektheit unter die Nase. MacFarlanes Teddy ist ein blöder Prolet, eine großmäulige Haschbirne - und stolz darauf.

Klamauk und Hintersinn

"Ted 2", die unvermeidliche Fortsetzung, oszilliert zwischen zwei Polen, Teen-Klamauk und Hintersinn. Versaute Witze vom Bären Ted (animiert nach MacFarlanes Mienenspiel) und seinem Kumpel John (Mark Wahlberg) mischen sich mit Spitzen gegen Politik und Establishment.

Themen wie Rassismus, Einwanderung, Drogenpolitik werden von MacFarlane (Regisseur und einer von drei Autoren) auf die Agenda geschmuggelt. "Der Krieg gegen die Drogen ist ein Witz, der Budgets von Behörden aufbläht und Minderheiten terrorisiert!" Sagt die Anwältin (Amanda Seyfried), die für Ted vor Gericht zieht. Der Bär will keine "Sache" sein, sondern eine juristische Person. "Erwarte nicht zu viel. Als Sklaven waren wir ewig eine Sache", meint Teds schwarze Kollegin vom Supermarkt.

Subversives Potential

"Was für ein Land! Jeder kann ein Maschinengewehr kaufen, aber ein Bär darf kein Mensch sein." Hinter Ulk um Sex, Hasch, Samenspende hat der Film subversives Potenzial. Er zeigt eine Generation "Pot und Pop und Porno", die sich nicht für Politik, aber sehr für Comics, Star Wars und Star Trek begeistert.

Wäre "Ted 2" ausschließlich eine banale Posse (was er teilweise ist) würden Gaststars wie Morgan Freeman, Liam Neeson oder Jay Leno wohl nicht antreten. Seinen satirischen Ansatz garniert MacFarlane mit viel Blödsinn - was wir mitnehmen, ist unsere Sache.

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