Tempel-Bomber handelten aus Hass gegenüber Sikhs

Landgericht Essen

Für die drei Jugendlichen, die in Essen einen Bombenanschlag auf einen Tempel verübt haben sollen, galten die Sikhs laut Anklage als Ungläubige. Den 16 und 17 Jahren alten Jungen aus Essen, Gelsenkirchen und Schermbeck wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vor. Eine Jugendkammer befasst sich jetzt mit dem Fall.

ESSEN

22.07.2016, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Am April 2016 wurde im Eingangsbereich des Essener Sikh-Tempels eine Bombe gezündet. Drei Jugendliche sind wegen der Tat angeklagt.

Am April 2016 wurde im Eingangsbereich des Essener Sikh-Tempels eine Bombe gezündet. Drei Jugendliche sind wegen der Tat angeklagt.

Das Landgericht Essen hat am Freitag Details aus der Anklage nach dem Anschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen bekannt gegeben. Demnach sollen die drei angeschuldigten Jugendlichen die Sikh-Gemeinde als Anschlagsziel ausgewählt haben, weil sie mit der Behandlung von Muslimen durch Sikhs im nördlichen Indien nicht einverstanden gewesen seien. Außerdem würden sie die Sikhs als Ungläubige ansehen, heißt es laut Angaben des Landgerichts vom Freitag in der Anklage.

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Den 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen wird unter anderem versuchter Mord und das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in zwei Fällen vorgeworfen. Die Bombe sei ein entsprechend präparierter Feuerlöscher gewesen. Die Angeklagten kommen aus Essen, Gelsenkirchen und Schermbeck.

Anschlag auf Gebetshaus mit drei Verletzten

Die Bombe war am 16. April im Eingangsbereich des Gebetshauses nach einer indischen Hochzeit explodiert. Die Gäste waren überwiegend Sikhs unterschiedlicher Nationalitäten. Drei Menschen erlitten unter anderem Verbrennungen.

Die Jugendstrafkammer muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Weil die drei noch Jugendliche sind, würde eine Hauptverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Noch zwei weitere Jugendliche sitzen im Zusammenhang mit dem Anschlag in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gegen sie dauern an. Die fünf sollen  Mitglieder einer WhatsApp-Gruppe mit etwa einem Dutzend Teilnehmern gewesen sein. Über die Gruppe sei auch die Tat geplant worden. Außerdem hätten die Mitglieder dort Informationen und Propaganda zum radikalen Salafismus ausgetauscht. 

von dpa