Tempo-30-Zone soll Gefahren senken

Wickeder Hellweg

Der zunehmende Verkehr auf dem Wickeder Hellweg, vor allem der steigende Anteil an Lastkraftwagen, bereitet der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Sorgen. Eine Tempo-30-Zone soll Abhilfe schaffen. Doch nicht jeder ist für die Geschwindigkeitsbegrenzung.

WICKEDE

, 31.03.2016, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Tempo-30-Zone könnte nach Einschätzung der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackel das Gefahrenpotenzial auf dem stark befahrenen Wickeder Hellweg eindämmen.

Eine Tempo-30-Zone könnte nach Einschätzung der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Brackel das Gefahrenpotenzial auf dem stark befahrenen Wickeder Hellweg eindämmen.

In der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag (7. April) wollen die Genossen der SPD-Fraktion einen Antrag einbringen: Vor allem für Kinder und Senioren stelle der Verkehr eine immer größer werdende Gefahr dar. „Die vielen Ampeln provozieren das Losspurten beim Umspringen auf Gelb, allgemein wird für diesen Abschnitt viel zu schnell gefahren“, heißt es in dem Antrag. Deswegen wollen sie ein Tempolimit.

Die Tempo-30-Zone soll die insgesamt 15.500 Einwohner in Wickede schützen, die am Hellweg, der zentralen Einkaufs- und Versorgungsstraße ohne Radweg, leben. Weitere Ampelübergänge seien nicht mehr möglich. „Vor allem jüngere, aber auch verstärkt ältere Menschen (mit Rollatoren!) überqueren den Hellweg“, und diese könne man mit der Geschwindigkeitsbegrenzung schützen. „Auch zwischen den Ampeln.“

Straße ist in vielen Bereichen schwierig einzusehen

Für Radfahrer sei die Strecke problematisch, da Stadtbahn-Schienen und schmale Fahrspuren schnell zu riskanten Ausweichmanövern führen können. „Zudem ist der Hellweg von Rübenkamp bis Dollersweg Schulweg in beide Richtungen.“ Das Unfallrisiko kann die Wickederin Anna-Lena Dübel bestätigen. „Ich bin hier als Kind zwei Mal angefahren worden.“ Ob die Geschwindigkeitsbegrenzung Abhilfe schaffen würde, bezweifelt sie allerdings: „Meistens staut sich der Verkehr doch sowieso hier.“

Das wiederum sehen Tim Gersting und Sandra Schenk anders. Vor allem im Bereich der Sparkasse „fahren manche wie gesengte Säue, und dort sind viele Rentner unterwegs.“ Zudem sei die Straße in vielen Bereichen, zum Beispiel auf Höhe der Shell-Tankstelle, schwierig einzusehen. Hier könne eine Tempo-30-Zone für mehr Sicherheit sorgen.

„Das ist der Hellweg und keine kleine Nebenstraße"

Gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung spricht sich Marianne Schenk aus: „Das ist der Hellweg und keine kleine Nebenstraße. Wann soll man denn an seinem Ziel ankommen?“ Zudem sei erst in der Vergangenheit viel Geld an die Hand genommen worden und in den Flüsterbeton investiert worden.

Befragte Einzelhändler sehen keine Beeinträchtigung durch eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung. „Mich stört viel mehr die Parksituation“ beklagt Sylke Walters, Inhaberin von „Mein Café“. „Trotz Verbotsschilden wird immer meine Einfahrt zugestellt.“ Annette Benub, Verkäuferin beim Ausstatter Ernsting’s Family würde ein geringeres Tempo begrüßen, zweifelt aber an der Umsetzung: „Bereits jetzt hält sich doch niemand an die erlaubte Geschwindigkeit.“