Teodor Currentzis bittet zum großen Mozart-Fest

Im Konzerthaus Dortmund

Es ist das Lieblingsprojekt des Dortmunder Konzerthauses in dieser Saison: die drei Da-Ponte-Opern von Mozart innerhalb von fünf Tagen. Am Mittwoch um 19 Uhr ist Stardirigent Teodor Currentzis in Dortmund eingetroffen. Am Donnerstag hat er geprobt, mit kleinen Unterbrechungen von 12 bis 23 Uhr. Am Freitag (13.11.) beginnt der Aufführungs-Reigen.

DORTMUND

, 12.11.2015, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Teodor Currentzis bittet zum großen Mozart-Fest

Ganz nah ist Dirigent Teodor Currentzis bei den Sängern: Am Donnerstag probte er mit Simone Kermes und Paula Murrihy, die heute in „Cosi fan tutte“ Fiordiligi und Dorabella singen.

Wer diesen Dirigenten auf der Bühne sieht, merkt schnell: Der ist anders als alle anderen. Ein bisschen Diva, etwas exzentrisch, aber immer lächelnd und freundlich. Und wenn er Musik macht, ist er nicht in dieser Welt. Ein bisschen Diva, etwas exzentrisch, aber immer lächelnd und freundlich. Und wenn er Musik macht, ist er nicht in dieser Welt.

Was der 43-jährige Grieche, der in St. Petersburg studiert hat und im russischen Perm mit der MusicAeterna eines der inzwischen besten Orchester der Welt gegründet hat, anpackt, wird zu Gold: Die Mozart-Opern auf CD wurden mit Preisen überschüttet, sein „Rheingold“ bei der Ruhrtriennale war fantastisch.

Perfektionist

„Wir suchen unsere Musiker auf der ganzen Welt. Die Schwierigkeit ist nicht, die Besten zu finden, sondern solche, die so ticken wie wir. Wir proben gerne mal zehn Stunden. Die Musiker müssen offen für so etwas sein“, erzählt Currentzis in einer der kurzen Pausen während der Probe an „Cosi fan tutte“ und nippt am Tee. Viel mehr außer Tee und Musik braucht er offenbar nicht.

Ganz nah steht er bei den Solisten, malt mit den Fingern in der Luft Phrasen, die sie singen, nach, zeigt ihnen Gesten und wie sie noch schöner singen können. Currentzis ist ein Perfektionist. Und in den halbszenischen Aufführungen auch Regisseur. Manchmal ist er als Dirigent der „Figaro“-Graf, dann wieder der Verführer Giovanni.

Kaum ein Unterschied

Sein Mozart klingt nach Barockmusik, hat Feuer und stürmt nach vorne – nicht nur weil die temperamentvolle Simone Kermes die Fiordiligi singt. „Kennen Sie den Unterschied zwischen Rockmusik 1970 und heute?“, entgegnet Currentzis auf die Frage, ob sein Mozartbild barock ist. – „Nicht? Na sehen Sie. Es gibt auch kaum einen. Und genau so klein ist der Unterschied zwischen Barockmusik und Mozart.“ Lächelt, nippt am Tee und wendet sich Andrè Schuen zu, der Guglielmo ist und am Dienstag (17.11.) auch „Don Giovanni“. Diese Oper nimmt Currentzis zwei Wochen später auf CD auf.

Live hat er die drei Opern als Zyklus noch nie dirigiert. Man könnte sich zurücklehnen und seine CDs auflegen. „Aber dann spüren Sie nicht die Energie, die wir hier schaffen. Das wird eine Zeremonie. Wir feiern hier ein großes Mozart-Fest.“

Die Aufführungen im Konzerthaus Dortmund: „Cosi fan tutte“ (13. 11., 19 Uhr), „Figaros Hochzeit“ (15. 11., 18 Uhr), „Don Giovanni (17. 11., 19 Uhr); Karten: Tel. (02 31) 22 69 61 51.