Terror in Istanbul

Selbstmord-Attentat

Der Artikel "Terror in Istanbul" war am Tag nach dem Selbstmord-Attentat der Aufmacher-Text der Ausgabe vom 13. Januar. Dies ist der Zeitungsartikel zum Nachlesen:

ISTANBUL

von Von dpa

, 18.01.2016, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Selbstmord-Attentäter hat in Istanbul zehn Deutsche getötet.

Ein Selbstmord-Attentäter hat in Istanbul zehn Deutsche getötet.

Ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im historischen Zentrum Istanbuls mindestens acht Deutsche mit sich in den Tod gerissen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag als „mörderischen Akt“. Der Angreifer sprengte sich nach türkischen Angaben gestern mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft.

Der 1988 geborene Attentäter habe dem IS angehört, sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in Ankara. Insgesamt gab es nach türkischen Angaben zehn getötete Opfer sowie den toten Attentäter. Zwei Leichen waren am Abend noch nicht identifiziert, wie das peruanische Außenministerium unter Berufung auf die türkische Polizei berichtete.

Das Ministerium in Lima relativierte damit frühere Angaben, wonach ein Todesopfer aus Peru gekommen sei. Mindestens 15 Menschen wurden nach türkischen Angaben verletzt, darunter 9 Deutsche.  

Davutoglu kündigte an, der Kampf gegen den IS werde fortgesetzt, bis die Terrormiliz keine Gefahr mehr darstelle. In einem Telefonat sprach Davutoglu Bundeskanzlerin Angela Merkel sein Beileid und Bedauern aus, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte in Ankara einen „Selbstmordattentäter syrischer Herkunft“ für die Tat verantwortlich. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete dagegen, der Attentäter stamme aus Saudi-Arabien und sei kürzlich aus Syrien in die Türkei eingereist.  

„Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte die Bundeskanzlerin gestern Abend in Berlin. Merkel betonte: „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“

Unter den acht deutschen Toten sind Touristen eines Berliner Reiseunternehmens. Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Zum Zeitpunkt des Anschlags seien 33 Menschen mit dem Veranstalter Lebenslust Touristik GmbH Berlin in Istanbul unterwegs gewesen, hieß es. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.

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