Theater-AG: Schauspielnachwuchs feilt an sich

BOCHUM "Das war scheiße", entfährt es Laura. Grund für die harsche Selbstkritik der Schülerin: Die Aufführung naht unaufhaltsam. Gemeinsam mit acht weiteren Schülern der Hugo-Schultz-Realschule wirbelte Laura noch einmal richtig über die kleine Bühne des prinz regent theaters. Die Teilnehmer der Theater AG wollten ihrer Darbietung den letzten Schliff verpassen.

von Von Sebastian Ritscher

, 13.06.2008, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ihnen zur Seite stand und steht Theaterpädagogin Beáta Nagy. "Die ist wirklich nett", strahlt die 12-jährige Zita. Nett und ein bisschen unter Druck. "Das muss echt klappen, die Musik muss zügig kommen", schallt Nagys Anweisung zur Assistenz. "Ihr verschwindet zu schnell von der Bühne, man muss stehen lassen, was man gemacht hat", geht der Rat an die Nachwuchsmimen.  

Mehr Selbstbewusstsein gewonnen

Und die sind dankbar für die Tipps. "Ich kann einiges von dem, was wir gelernt haben, gebrauchen", ist sich Zita sicher. Und das, obwohl sie später nicht unbedingt Schauspielerin werden möchte. "Ich habe das Gefühl, dass ich selbstbewusster geworden bin. Ich habe den Mut, auch mal die Klappe aufzureißen", meint sie souverän. Von Nervosität ist nichts zu merken. Und das, obwohl die große Aufführung am Sonntag stattfindet.

Fünfstündige Intensivprobe

Aber schließlich ist Zita ein alter Bühnenprofi, hat schon vor Publikum getanzt. Auch der Text machte ihr keine Probleme. "Einmal haben wir richtig viel bekommen, und danach immer ein bisschen was." Und das war immer schnell gelernt.

Ganz so textsicher sind aber nicht alle. Also lagen am Freitag noch Texte neben der Bühne um die letzten Aussetzer zu beheben. Theaterpädagogin Nagy ist aber trotzdem zufrieden. "Die sind wirklich super", schwärmt sie. Im Anbetracht der Leistung kein Wunder. Seit September laufen die Proben, allerdings nur einmal wöchentlich und dann auch nur 1,5 Stunden. "Das ist einfach zu kurz", weiß Nagy. Deswegen gab es am Freitag noch einmal die fünfstündige Intensivprobe. Die Dauer ist ungewohnt, doch die kleinen Künstler konzentriert. Während die Kollegen auf der Bühne Schlägereien, Versöhnungen und mathematische Fachausdrücke näher bringen, sitzen die anderen mucksmäuschenstill am Rand, tuscheln nicht, warten auf ihren Auftritt.

Junges Talent mit Ambitionen

"Wir haben in zwei Tagen die Aufführung, da kann man nicht sagen, dass man das locker angehen möchte", erklärt der 14-jährige Christoph. Er hegt ohnehin hehre Ambitionen. "Ich versuche weiter zu kommen, vielleicht ins Schauspielhaus oder ins Fernsehen." Ob das nun hauptberuflich sein soll, das weiß er noch nicht - es kommt eben auf die passende Bezahlung an. Im Augenblick steht der Spaß im Vordergrund. Bereits in der Grundschule hat Christoph einen Sketch aufgeführt. Die Leute lachten, Blut war geleckt. Seit drei Jahren nimmt er an der Kindertheaterakademie der RuhrTriennale teil und nun steht er im prinz regent theater auf der Bühne. "Wenn man sich mal überwindet und das durchzieht, macht es Spaß", ist er nicht traurig, dass er probt, während Freunde Gotcha spielen, skaten oder feiern.

Spaß auf der Bühne steht im Vordergrund

Denn Spaß haben die Schüler nämlich auch. Bei der Probe wird gelacht, in der Pause getobt. Und so ganz nebenbei proben die Schauspieleleven ein ganzes Stück ein und zeigen es dem Publikum ein.