Theater an der Rottstraße zeigt Hagens Klage

Kooperation mit BoSys

Die Wiederaufnahme von "Hagens Klage" am vergangenen Samstag in der Rottstraße begeisterte das Publikum. Die Neubearbeitung in Kooperation mit vier Musikern der Bochumer Symphoniker macht die Geschichte des Helden Hagen von Tronje zu einem ganz besonderen Theatererlebnis.

BOCHUM

, 10.03.2015, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hagen von Tronje (Felix Lampert) erzählt seine Geschichte.

Hagen von Tronje (Felix Lampert) erzählt seine Geschichte.

Die Klage des Hagen ist nicht neu für das Theater an der Rottstraße. Bereits vor vier Jahren durfte „Hagens Klage“ im Rahmen der Nibelungen-Reihe Gehör finden. Seit Samstag läuft die Neubearbeitung des Stückes wieder – dieses Mal in Kooperation mit dem Bochumer Symphonikern.

Es ist nicht leicht, ein Held zu sein. So viel steht schnell fest, wenn man Hagen von Tronje (Felix Lampert) in der Rottstraßen-Inszenierung so sieht. Eine Schlacht nach der anderen gilt es zu kämpfen und den einstigen Freund Siegfried durch List und Tücke zur Strecke zu bringen. Ist das erstmal geschafft, setzt ihm zu allem Überfluss noch die wild gewordene Kriemhild zu, die es auf den Nibelungenschatz abgesehen hat. Der liegt aber auf dem Grund des Rheins. Also alles beim Alten.

Hagen der Held

Die Lebensgeschichte Hagens in diesem Stück ist die, die Vorlage des Nibelungenliedes hergibt. Spannend wird dieser Text von Carsten Marc Pfeffer und Hans Dreher durch die Innensicht Hagens. Wann hat man schon einmal die Chance, einem echten Helden beim Sinnieren zuzuhören? Erstaunlicherweise sieht Hagen in dieser Inszenierung zwar aus wie der prädestinierte Kämpfertyp, den es sogar einen Ärmel seines Ledermantels gekostet hat – doch eigentlich steckt er das ganze Morden nicht so leichtfertig weg, wie man es vielleicht beim Lesen des Nibelungenliedes vermuten würde.

Natürlich ist Hagen auch kein Weichei – schaut er seine Männer (die Musiker der Rottstraße) an, dann funkeln seine Augen. Er liebt den Krieg, die Schlacht, das Heldsein. So viel ist sicher.

Musikalische Kooperation

Intensiviert wird diese außergewöhnliche Innensicht durch die vier Musiker der Bochumer Symphoniker. Gemeinsam mit den hauseigenen Musikern kreieren sie ein Theatererlebnis, das seinesgleichen sucht. Jeder Schritt, jeder Blick ist atmosphärisch unterlegt, der Tod Hagens ist geradezu ein Rockkonzert. Ein würdiger Abschied für einen großen Helden, der doch eigentlich auch ein Mensch gewesen ist.

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