Theater-Erneuerer Rimini Protokoll lehren an der RUB

Christoph-Schlingensief-Gastprofessur

Eine enorme Aufwertung hat jetzt der Master-Studiengang Szenische Forschung an der Ruhr-Uni erfahren. Die Kunststiftung NRW hat dort die Christoph-Schlingensief-Gastprofessur eingerichtet, erster Inhaber ist das renommierte Autoren-Regie-Team Rimini Protokoll.

12.02.2015, 05:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Theater-Erneuerer Rimini Protokoll lehren an der RUB

RUB; Professur Schlingensief Personen von links nach rechts: Dr. Ursula Sinnreich (Kulturstiftung NRW) , Dr. Sven Lindholm , Prof. Dr. Ulrike Ha� und Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler . Bei Ver�ffentlichung des Bildmaterials ist als Bildnachweis � RUB, Foto: Schirdewahn zu nennen.

Die Namen Christoph Schlingensief und Rimini Protokoll können auch symbolisch für den Anspruch des 2012 gegründeten Instituts für Szenische Forschung stehen. Die Kunst des 2010 verstorbenen Christoph Schlingensief war seit den frühen 1990er Jahren ein (Tabu-) Grenzen überschreitender Mix aus Theaterperformance, Oper-, Film- und Fernsehproduktionen oder politischer Aktion, bei dem er immer auch radikal das eigene Künstler-Subjekt hinterfragt und reflektiert hat. Szenische Forscher sollen so arbeiten: zeitgemäße, hybride Theaterformern (er)finden.

Furore

Rimini Protokoll ist wie viele Performance-Gruppen, die in der deutschen Theaterlandschaft für Furore gesorgt haben, aus dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen hervorgegangen. Auch, wenn dies ungern explizit geäußert wird, ist die Pionier-Arbeit dieses Instituts Vorbild für Studiengänge wie den Bochumer Master.

In Bochum waren Rimini Protokoll zuletzt mit ihrer beeindruckenden Recherche-Arbeit und technischen Glanzleitung „Situation Rooms“ im Programm der Ruhrtriennale zu sehen. Mit den RUB-Studierenden werden sie den aktuellen Stand der performativen Künste praxisorientiert erforschen und diskutieren – am Ende entsteht ein Stück.

Feierliche Einweihung

Feierlich eingeweiht wurde die jährlich neu zu vergebende Gastprofessur in großzügigen, neuen Räumen im Gebäude Tor 5 am Westpark, die die Szenische Forschung für ihre künstlerische Arbeit nutzen kann.

Neben Ansprachen von Unirektor Elmar Weiler, Institutsleiter Sven Lindholm und der Generalsekretärin der Kunststiftung Ursula Sinnreich war dort auch Christoph Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz zu erleben, die in einer Videobotschaft ihre Zustimmung zur Benennung der Gastprofessur gab.