Theaterbesucher erleben sich selbst als Akteure

Ruhrtriennale: Zuschauer spielen "Prolog"

Neue Theatererfahrungen hat Ruhrtriennale-Leiter Heiner Goebbels versprochen - mit "Prolog" des polnischen Künstlers Wojtek Ziemilski wurde dies am Wochenende auf wunderbare Weise eingelöst. Die zwölf Zuschauer pro Aufführung sind gleichzeitig die einzigen Akteure im Theaterraum auf Pact Zollverein in Essen.

ESSEN

von Von Britta Helmbold

, 17.09.2012, 13:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wojtek Ziemilski ließ bei »Prolog« die Zuschauer agieren.

Wojtek Ziemilski ließ bei »Prolog« die Zuschauer agieren.

Mit Kopfhörern ausgerüstet werden sie von zwei Stimmen durch die interaktive Performance geleitet - und das Wechselspiel von Rezeption und Reaktion beginnt bereits im Foyer. Nach einer Einweisung werden die Zuschauer aufgefordert, die Bühne zu betreten und dann prasselt ein Fragestrom, der sich um Theatererlebnisse dreht, auf sie nieder. Haben Sie schon mal bei einer Aufführung geweint, oder sind wegen einer fürchterlichen Inszenierung frühzeitig gegangen?Theatrale Untersuchung Stimmt man zu, soll man einen Schritt tun - mal vorwärts, mal rückwärts. Ab und an werden die Reaktionen humorvoll kommentiert.

Auf riesigen Kissen liegend erfährt das Publikum die Auswertung dieser theatralen Untersuchung, die immer wieder von einer weiteren Stimme unterbrochen wird, die zu Gedankenspielen anregt. Am Bühnenhimmel flimmert dazu eine Videoprojektion, in der man sich selbst, seine Mitspieler und die Verfremdungseffekte betrachten kann.Stimmen

Am Ende verlassen die Theaterbesucher die Bühne durch einen Technikraum, wo die "Stimmen" und das Künstler-Team sitzen, die dieses vergnügliche Live-Art-Erlebnis ermöglicht haben.