Tief "Jonas" bringt den Herbst zum Herbstanfang

Wetterumschwung

Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang am 1. September schlägt das Wetter in Deutschland um. Tief "Jonas" bringt Wind, Regen und deutlich kühlere Luft ins Land. "Das Wetter stellt sich heute um", sagte Meteorologin Anna Wieczorek vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Essen/Offenbach

01.09.2015, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem Sommer geht die Puste aus. Er stehe "kurz vor seinem unausweichlichen Ende", prognostizierte der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mit Blick auf eine Kaltfront zu Wochenbeginn. 

"Bis zum Wochenende setzt sich die kühlere Luft mit Höchsttemperaturen kaum über 20 Grad in ganz Deutschland durch." Schauer, Wolken, Gewitter und etwas Sonne wechseln sich ab.

In den nächsten Tagen wird das Wetter laut Vorhersage folgendermaßen: Im Nordwesten gibt es Schauer, im Südosten längere Regenfälle. Dazwischen ist es trocken, bei meist wenigen Wolken. Die Sonne zeigt sich gelegentlich. An den Alpen und dem Alpenvorland regnet es besonders viel. Die Temperaturen sinken in der Nacht zum Freitag und der Nacht zum Samstag auf 4 bis 13 Grad.

Herbstanfang ist nicht gleich Herbstanfang

Für Meteorologen beginnt der Herbst am 1. September und endet am 30. November. Das ist seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts so. Viel später beginnt der Herbst allerdings als kalendarischer und astronomischer Sicht. Erst am 23. September ist dieses Jahr Tag-und-Nacht-Gleiche und damit kalendarischer Beginn der dritten Jahreszeit. 

2016 ist schönes Wetter männlich

In wenigen Tagen startet an der Freien Universität Berlin wieder der Verkauf von Wetterpatenschaften. "Ab dem 16. September nehmen wir Anträge für Hoch- und Tiefdruckgebiete für 2016 an", sagte Daniela Schoster vom "Team Wetterpate" am Institut für Meteorologie der Deutschen Presse-Agentur. Im kommenden Jahr tragen die Tiefdruckgebiete weibliche und die Hochdruckgebiete männliche Vornamen. Für das laufende Jahr seien noch Patenschaften für Tiefdruckgebiete zu vergeben. Gesucht würden Interessenten für die Anfangsbuchstaben "I", "Q", "V", "X", "Y" und "Z".

Das Institut vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. Die Wetterdienste und Medien veröffentlichen diese Namen, die auf zahlreichen Wetterkarten erscheinen. Begonnen wird am Anfang eines jeden Jahres immer mit dem Buchstaben "A". In alphabetischer Reihenfolge werden dann jeweils die Namen der Hochs und Tiefs veröffentlicht. Erfahrungsgemäß gibt es mehrere Runden. Bei Hochdruckgebieten seien es meist zwei Durchläufe und bei weniger beständigen Tiefs fünf Runden pro Jahr, sagte Schoster.

Patenschaften für den guten Zweck

Durch den Verkauf der Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete unter www.wetterpate.de könne die studentische Wetterbeobachtung an der Station Berlin-Dahlem fortgesetzt werden. 2002 stand das Projekt vor dem Aus. Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten rund 355 Euro. Der Preis für ein Tiefdruckgebiet liegt bei rund 236 Euro. Buchstaben für Hochs oder Tiefs, die keine Paten finden, werden bei Ebay versteigert. Momentan sei der Buchstabe "Q" in der Versteigerung. Das Anfangsgebot liegt bei einem Euro. Die Online-Auktion läuft noch bis zum 6. September.

Wenn sich auch bei Ebay kein Käufer finde, werde der Namen von den Studenten aus dem Projekt vergeben, sagte Schoster. Eine Patenschaft gilt als beliebtes und originelles Geschenk zu Weihnachten, Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen. 

mit dpa