Tiger Girl wohnt im Kli-Kla-Klawitterbus

Neu im Kino

Drei Kerle, die ordentlich getankt haben, belästigen in der U-Bahn-Station eine Frau. Als sie zudringlicher werden, erscheint eine schöne, freche Amazone, die Schläge und Tritte verteilt und den Jungs eine Abreibung verpasst.Wer ist der Wildfang, der Maggie (Maria Dragus) die Haut rettet, als wäre nichts dabei?

11.04.2017 / Lesedauer: 2 min
Tiger Girl wohnt im Kli-Kla-Klawitterbus

Wenn nötig, kapert sie auch ein Taxi: Ella Rumpf spielt die selbstbewusste Draufgängerin „Tiger Girl“.

"Ich heiße Tiger", stellt die Retterin (Ella Rumpf) sich vor und verpasst ihrer blonden Freundin den Kampfnamen "Vanilla, the Killer". Auch Maggie mausert sich zur Powertussi, die man besser nicht blöd anquatscht. "Tiger Girl" von Jakob Lass ist ein hinreißender Film über böse Mädels, die bekanntlich nicht in den Himmel kommen, doch überall sonst hin.

Liebeserklärung an die stolze Frau und Berliner Großstadtmärchen

Es ist eine Ode an Freiheit, Jugend, Anarchie, eine Liebeserklärung an die stolze, starke Frau und ein Berliner Großstadtmärchen. Ein Film, der zum Karriere-Sprungbrett für Ella Rumpf werden müsste. Die 21-jährige Schweizerin überstrahlt alles mit ihrer Präsenz, dem forschen Mundwerk und einem Gesicht, mit dem sie auch Model hätte werden können. Wozu drumherum reden: Sie ist zum Verlieben hübsch, dazu fotogen.

"Tiger Girl" porträtiert eine Frau, die an Alina Levshins "Kriegerin" und Franka Potente in "Lola rennt" denken lässt. Tiger hat eine robuste körperliche Note wie Levshins Skinhead-Braut, Jakob Lass setzt seine Heldin mit einer Energie (und pumpenden Beats) in Szene, wie man sie seit "Lola" nicht mehr gesehen hat.

Lass' Frauen sind stolz auf Rauben und Prügeln 

Mit der Perspektive leidender Opfer hat "Tiger Girl" nichts am Hut: Seine Frauen sind Täter und stolz darauf. Tiger führt Vanilla zum Kli-Kla-Klawitterbus, in dem sie haust, und stellt sie ihren Kumpels vor. Meist hecken die Mädels Blödsinn aus. In Uniformen einer Security-Schule, die Vanilla besucht, schikanieren sie Kunden im Einkaufszentrum. Sie klauen, rauben, prügeln und amüsieren sich königlich.

Es gibt Ungereimtheiten in der Handlung. Die beiden sollten hinter Schloss und Riegel sitzen, die Polizei ist nicht doof. Egal - endlich sind die "Riot Grrrls" im deutschen Kino angekommen. Und das ist gut so.

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