Tobias Weis im Wohlfühl-Westen angekommen

VfL-Neuzugang

Hinter Bochums Neuzugang Tobias Weis liegt eine schwierige Zeit. Als Nationalspieler in die berüchtigte Trainingsgruppe 2 der TSG Hoffenheim abgeschoben, stand der 29-Jährige nahezu 18 Monate auf dem sportlichen Abstellgleis.

BOCHUM

von Martin Jagusch

, 04.09.2014, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tobias Weis im Wohlfühl-Westen angekommen

Bochums Neuzugang Tobias Weis arbeit sich mit Sonderschichten an den Kader heran.

Auch ein sechsmonatiger Wechsel zu Eintracht Frankfurt brachte nicht den gewünschten Turnaround. Immerhin stand er in der Mainmetropole kontinuierlich im Kader und nahm am Mannschaftstraining teil. Dinge, die ihm beim Hopp-Klub verwehrt blieben. Seit Juni war Weis komplett vom Trainingsbetrieb frei gestellt.

"Eigentlich möchte ich über diese Zeit gar nicht mehr viel reden. Ich habe dort viel Negatives erlebt. Rückwirkend muss man aber sagen, dass sicherlich von beiden Seiten Fehler gemacht worden sind", richtet Bochums neue Nummer 17 den Blick viel lieber nach vorne. Und dieser Blick fällt schon nach wenigen Stunden "Tief im Westen" äußerst positiv aus. "Ich habe mir die Spiele gegen Union Berlin und Braunschweig im Fernsehen angeschaut. Die Mannschaft ist sehr intakt. Auch wenn ich erst ein paar Stunden hier bin, fühle ich mich schon wohl. Ich bin von jedem meiner neuen Mitspieler klasse aufgenommen worden."

Bei 60 bis 70 Prozent

Am Mittwoch stand Weis, der mit seiner Ehefrau Derya ins Ruhrgebiet gekommen ist und sich jetzt auf Wohnungssuche befindet, erstmals seit über zwei Monaten wieder auf dem Trainingsplatz, gemeinsam mit seinen neuen Teamkollegen. "So fühle ich mich jetzt auch", schmunzelte Weis anschließend leicht gequält und bezifferte sein aktuelles Leistungsvermögen auf gerade einmal 60 bis 70 Prozent. "Den Rest versuche ich durch Sonderschichten Schritt für Schritt aufzuholen und werde dabei sicherlich nichts überstürzen", spricht Weis mit der Erfahrung von fast 100 Erstligaspielen. Eine Schallmauer, die er natürlich noch durchbrechen will. Am liebsten mit seinem neuen Verein.

"Natürlich muss der Aufstieg das langfristige Ziel sein. Am besten innerhalb der kommenden zwei Jahre. Aber wir wollen da erst gar keinen Druck aufbauen", blickt Weis entspannt auf die anstehenden Wochen und Monate. Die Bochumer sieht er jedenfalls gut für die Zukunft gerüstet: "Natürlich wird erst die Zukunft zeigen, wohin in dieser Saison der Weg für uns hingeht. Aber die Mannschaft ist auf allen Positionen gut besetzt und ist auch in der Lage, Ausfälle zu kompensieren."

Seine eigene Zukunft ist dagegen nur für die nächsten zwölf Monate festgezurrt. Bis zum 30. Juni 2015 ist sein Vertrag in Bochum datiert. Aber sollte Tobias Weis an seine sportlichen Leistungen der Vergangenheit anknüpfen können, so werden die erneuten Vertragsgespräche mit VfL-Manager Christian Hochstätter - wie in der vergangenen Woche - wiederum im Eiltempo verlaufen.

Seine ersten Spielminuten im VfL-Trikot soll Tobias Weis am Freitagabend (5.) im Freundschaftsspiel beim TuS Querenburg absolvieren. Die Begegnung zwischen Fair-Play-Pokalsieger TuS Querenburg und den VfL-Profis wird um 18 Uhr auf dem Rasenplatz an der Westerholtstraße angepfiffen

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