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Tod durch Faktor Mensch

DORTMUND-SÜD Ein kleiner Schatten, ein felliges Etwas im Augenwinkel - dann ein kurzer Schlag. Ein Erlebnis, dass viele Autofahrer schon einmal am eigenen Leib, pardon am eigenen Auto gespürt haben. Eichhörnchen sind zu dieser Jahreszeit wieder emsig auf Futtersuche.

von Von Jörg Bauerfeld

, 14.11.2007
Tod durch Faktor Mensch

Eine Straße und ein Eichhörnchen: zwei Dinge die nicht zusammenpassen. Würde es sich hier um echte Hörnchen handeln, wären die Tiere in höchster Gefahr.

Sie Sammeln Nüsse und Samen, um sie später sorgfältig zu verstecken und zu vergraben. Dabei kommen sich Tier und Mensch immer öfter ins Gehege. Vor allem die viel befahrenen Straßen (Wittbräucker Straße, Hagener Straße oder Kirchhörder Straße) im Dortmunder Süden werden dabei zu regelrechten Todesafallen für die flinken Nager, die bei einer unsanften Begegnung mit einem Auto nicht den Hauch einer Chance haben. 200 bis 400 Gramm Eichhörnchen gegen 1300 Kilo Blech – ein ungleicher Kampf.

Gerade in der Herbstzeit sind die auch als Eichkater bekannten Tiere dabei, ihre Vorratslager für den Winter zu füllen. „Dabei werden oftmals die Straßen ein unüberwindbares Hindernis bei der Futtersuche oder auch auf der Flucht“, erklärt Naturschützerin Silvia Granold, das  Problem.

Die Tiere finden oftmals in den Wäldern nicht mehr das große Nahrungsangebot, weichen in bewohnte Gebiete aus. Hier bieten die Gärten mit ihrem Baumbestand und Beerensträuchern beste Voraussetzung, um sich den Bauch voll zu schlagen. Nur: Um genügend Nahrung zu sammeln, müssen die flinken Kletterkünstler weite Wege auf sich nehmen – eine Straße stellt dabei für sie keine erkennbare Gefahrenquelle dar.

Ca. 550 Eichhörnchen (nach Schätzungen der Tierschützer) sind so schon seit Anfang September auf den Straßen im Dortmunder Süden den Unfalltod gestorben. „Gerade in den frühen Morgenstunden und in den frühen Abendstunden sind die Tiere auf Nahrungssuche“, sagt Silvia Granold. Deshalb sollten Autofahrer gerade zu diesen Zeiten noch ein wenig aufmerksamer als sonst durch Gebiete mit viel Baumbestand und großen Gärten fahren – um den kleinen Nagern ein Chance zu geben, die andere Straßenseite bei ihrer Suche nach Nahrung auch unbeschadet zu erreichen.

  • Eichhörnchen gelten in Deutschland als besonders geschützte Tierart. Sie können bis zu 12 Jahre alt werden.
  •  Wer verletzte Eichhörnchen oder Findelkinder findet und Fragen zur weiteren Pflege hat, kann sich an das Eichhörnchen Notfalltelefon der Eichhörnchen Schutz Aktionsgemeinschaft (ESA) wenden. Kontakt: Tel. 0700 46 37 62 436.