Todesfall in Klinik: Falsches Medikament war offenbar Methadon

Krankenhaus

Ein 26-jähriger Patient hat nach einer erfolgreichen Operation offenbar Methadon erhalten und ist verstorben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Bielefeld

27.08.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Klinikum Bielefeld, in dem ein Patient nach Verabreichung eines falschen Medikaments verstorben ist. Der junge Mann sollte nach einer Operation wieder entlassen werden, bekam aber fälschlicherweise Medikamente, die für seinen krebskranken Zimmernachbarn gedacht waren.

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Der Patient des Klinikums Bielefeld, der nach Verabreichung eines falschen Medikaments gestorben ist, hat offenbar Methadon erhalten. Die gerichtsmedizinische Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen und die Todesursache bisher nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Donnerstag. „Aber wir gehen nach bisherigem Stand davon aus, dass er Methadon erhalten hat.“

Ein Kliniksprecher hatte am Mittwoch mitgeteilt, der 26-Jährige habe versehentlich ein Mittel erhalten, das für seinen krebskranken Zimmernachbarn gedacht gewesen sei. Wie genau es zu der Verwechslung kommen konnte, war auch eine Woche nach dem Tod des Patienten zunächst unklar.

Bisher ist unklar, wer die Medikamente verwechselt hat

Man ermittle wegen fahrlässiger Tötung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das richte sich zunächst gegen Unbekannt, da man noch nicht wisse, wer für die Verwechslung verantwortlich sei. Methadon ist ein künstlich hergestelltes Opioid, das eingesetzt wird, um Heroin zu ersetzen oder auch, um starke Schmerzen zu behandeln.

Nachdem bei dem Patienten starke Nebenwirkungen aufgetreten waren, hatte man ihn zunächst auf die Intensivstation des Klinikums verlegt, danach in die Neurologische Fachabteilung der Evangelischen Klinik in Bielefeld. Einem WDR-Bericht zufolge war der Mann in der kommunalen Klinik erfolgreich operiert worden, stand nach dem Routine-Eingriff kurz vor seiner Entlassung. Dann sei es zu der Medikamenten-Verwechslung gekommen.

dpa

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