„Game of Thrones“ hat Schauspieler Tom Wlaschiha (45) weltberühmt gemacht. Im Interview spricht er über das Serien-Finale, sein neues Projekt „Das Boot“ - und gefälschte Lebensläufe.

Oberhausen

, 27.11.2018, 13:38 Uhr / Lesedauer: 4 min

Der deutsche Schauspieler Tom Wlaschiha (45) ist mit seiner Rolle als Jaqen H‘ghar in Game of Thrones weltberühmt geworden. Marc-André Landsiedel hat mit ihm in der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen gesprochen.

Der Winter naht. Es ist kalt geworden in Deutschland. Sind Sie eher ein Winter- oder ein Sommer-Mensch?

Ich hab schon Spaß am Winter. Ich geh wahnsinnig gerne Skifahren, deswegen freue ich mich eigentlich immer, wenn es dann wieder kalt wird. Außerdem: Über diesen Sommer können wir uns ja echt nicht beschweren. Das waren ja wirklich genügend Sonne und Hitze.

Mit der „Game of Thrones“-Ausstellung ist der Winter in Oberhausen definitiv angekommen. Was erwartet die Fans?

„Game of Thrones“ ist ja deshalb eine so coole Serie, weil mit so viel Liebe zum Detail gearbeitet wird. Die Kostüme, die Ausstattung sind auf einem Perfektionslevel. Das hat uns Schauspielern am Set enorm geholfen, uns in diese andere Welt hineinzuversetzen. Ich glaube, diese Atmosphäre kann man als Fan hier gut nachfühlen.

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Bilder der "Game of Thrones"-Ausstellung in Oberhausen

Bilder der "Game of Thrones"-Ausstellung in Oberhausen.
27.11.2018
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An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Die Schauspieler Isaac Hampstead-Wright (l., spielt Bran Stark) und Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) bei der Eröffnung der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Die Schauspieler Isaac Hampstead-Wright (l., spielt Bran Stark) und Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) bei der Eröffnung der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Schauspieler Tom Wlaschiha spielt in Game of Thrones den gesichtslosen Assassinen Jaqen H'ghar.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Die Schauspieler Isaac Hampstead-Wright (l., spielt Bran Stark) und Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) bei der Eröffnung der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen.
Die Schauspieler Isaac Hampstead-Wright (l., spielt Bran Stark) und Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) bei der Eröffnung der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen.
Die Schauspieler Isaac Hampstead-Wright (l., spielt Bran Stark) und Tom Wlaschiha (Jaqen H’ghar) bei der Eröffnung der „Game of Thrones“-Ausstellung in Oberhausen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Schauspieler Tom Wlaschiha spielt in Game of Thrones den gesichtslosen Assassinen Jaqen H'ghar.
Schauspieler Tom Wlaschiha spielt in Game of Thrones den gesichtslosen Assassinen Jaqen H'ghar.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
An der Centro Promenade in Oberhausen sind bis zum 12. Februar 2019 Kostüme und Requisiten aus dem Serien-Hit "Game of Thrones" zu sehen.
Schlagworte Unterhaltung

Sie können in der Serie Ihr Gesicht wechseln. Wessen Gesicht würden Sie gerne mal annehmen?

Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit meinem eigenen (lacht). Unsichtbar würde ich mich gerne manchmal machen. Aber das wird wohl in diesem Leben nichts mehr.

Eine Frau hat mal bei Ihnen geklingelt und wollte einen Gipsabdruck von Ihrem Gesicht nehmen. Findet man so etwas noch charmant?

Doch, man findet das charmant. Die Fan-Ideen sind schon manchmal sehr ausgefallen. Man kann auch nicht immer alles mitmachen, aber im Prinzip ist es ja ein Kompliment, wenn man angesprochen wird und die Fans ein Selfie machen wollen. Das ist auch nie ein Problem.

In „Game of Thrones“ gibt es zwei Kämpfe: Die Königshäuser, die um den eisernen Thron streiten. Und dann die Menschheit, die gegen die weißen Wanderer (Anm. d. Red.: eine Art Zombie-Horde) kämpfen muss. Welchen Kampf finden Sie spannender?

Da möchte ich mich gar nicht entscheiden. Die ersten Staffeln mit den ganzen Dramen der Familien – das hat mich schon sehr an Shakespeare erinnert und war spannend. Es ist aber auch interessant, dass sich erst alle untereinander zerfleischen und dann erkennen, dass sie zusammenhalten müssen, wenn sie gegen die große Gefahr bestehen wollen.

Am Ende der letzten Staffel ist die große Mauer gefallen. Jetzt naht der letzte Kampf. Welchen Kampf hatten Sie als 16-jähriger DDR-Bürger aus der Nähe von Dresden zu kämpfen, als die Mauer fiel?

Viele Leute mussten sicherlich große Kämpfe kämpfen. Ich habe mich damals einfach riesig gefreut, der Mauerfall kam zum perfekten Zeitpunkt. Ich konnte es nicht abwarten zu reisen und die Welt zu sehen. Ich bin dann auch direkt für ein Austauschjahr in die USA gegangen. Aber das war natürlich ein sehr einschneidender Moment für alle Menschen im Osten.

Ich weiß, Sie dürfen nichts sagen. Aber Sie wissen, wie „Game of Thrones“ endet, richtig?

(zögert) Ja, ich kenne das Ende.

Hat es Ihnen gefallen?

Ja, durchaus. Es wird ja seit Jahren über das Ende spekuliert. Einige Fans waren auch schon dicht dran. Ich finde es jedenfalls sehr gut.

Wird es den Fans denn wohl auch gefallen?

Es wird sicher manchen gefallen - und manchen nicht. Alle kann man nie glücklich machen.

Ist man eigentlich froh, wenn es dann auch irgendwann vorbei ist?

Ich habe „Game of Thrones“ wahnsinnig viel zu verdanken und es war eine tolle Zeit. Aber es war eine kluge Entscheidung der Produzenten, die Geschichte zu beenden, wenn sie auf dem Höhepunkt der Popularität ist.

Sie sind seit kurzem in der Serie „Das Boot“ auf Sky zu sehen. Wie lange haben Sie gezögert, als das Angebot kam?

Gar nicht. Es war von Anfang an klar, und das war die Prämisse, dass es kein Remake des Kinofilms wird. Der ist so ikonisch, da gibt es nichts zu remaken. Das wäre uns dann zu Recht um die Ohren gehauen worden. Wir greifen auf Motive aus dem Buch von Lothar Günther Buchheim zurück und erzählen aber eine ganz andere Geschichte. Ich persönlich finde es sehr gut gelungen. Die Serie spielt auf sehr hohem Niveau.

Auch die Kritiken haben die Serie gut aufgenommen. Was ist der Unterschied zwischen dem Boot 2018 und dem dem Boot 1981?

Das Boot 1981 war im Prinzip ein Kammerspiel, weil es nur in dem U-Boot gespielt hat. Diese Klaustrophobie, die Geschichte über deutsche Soldaten, die nicht per se als die Bösen gezeigt wurden, sondern als Menschen, die in diesen Krieg hereingeraten sind - das hat es zu einem extremen Antikriegsfilm gemacht.
Bei uns ist die Geschichte viel breiter angelegt. Es gibt mehrere Erzählstränge, einen auch an Land, in dem ich mitspiele. Als Zuschauer kann man ein ganz anderes historisches Panorama mitbekommen, in das dieser U-Boot-Krieg eingebettet ist. Die historischen Zusammenhänge werden viel deutlicher. Und es gibt starke Frauenfiguren.

Welche Rolle übernehmen Sie in „Das Boot“?

Ich spiele den Chef der Gestapo in La Rochelle, der ein sehr widersprüchlicher Charakter ist. Der Menschen foltert, auf der anderen Seite aber ein großer Fan des „Savoir-vivre“ ist, also alles Französische mag, der sehr frankophil ist, sehr feinsinnig und feingeistig. Und das zusammenzukriegen, das ist schon eine Aufgabe für einen Schauspieler. Das macht eine Figur aber auch spannend, wenn sie gegensätzlich ist.

Jetzt mal im Ernst: Flunkern Schauspieler eigentlich, wie jeder normale Mensch, in ihrem Lebenslauf? In Ihrer Künstler-Kartei steht unter Sprachen „Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Russisch“…

Ich hab das nicht dahin geschrieben. Es schreiben ja andere Leute die Lebensläufe (lacht). Sprachen waren das Einzige, was mich in der Schule interessiert hat. Das war sicher auch ein bisschen deshalb so, weil wir in der DDR in unserem Land eingesperrt waren. Sprachen waren für mich deshalb imaginär das Fenster zur Welt. Ich kann mich fließend auf Deutsch, Englisch und Französisch unterhalten. Und in den Ländern wo Italienisch, Spanisch und Russisch gesprochen wird, würde ich zumindest nicht verhungern. Ich könnte mich durchschlagen.

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