"Tracing Confessions": Geschichten der abgebrochenen Hand

Ausstellung im Folkwang-Museum

Otobong Nkanga will das Folkwang-Museum in Essen den Menschen im Alltag näher bringen: Dazu hat die 40-jährige Nigerianerin die zweiteilige Ausstellung "Tracing Confessions" realisiert.

ESSEN

, 21.01.2015, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
"Tracing Confessions": Geschichten der abgebrochenen Hand

»Tracing Confessions«: Otobong Nkanga hat für das Museum- Folkwang eine zweiteilige Ausstellung realisiert.

Von der Kunststiftung NRW wurde Nkanga eingeladen, das Museum zu porträtieren. Die Stiftung hat zu ihrem 25-jährigen Bestehen 25 Museen in NRW je ein solches Porträt eines Künstlers geschenkt.

Großflächige Plakate

Nkenga erschienen die Sammlungen des Museums so vielseitig und reichhaltig, dass sie sich für einen ungewöhnlichen Weg entschied: Für das Projekt fotografierte die internationale Künstlerin die Mitarbeiter des Museums mit ausgewählten Werken des Hauses – an verborgenen Orten, in den Depots.

Der Leiter des Deutschen Plakat Museums im Museum Folkwang, René Grohnert, entschied sich für eines der einflussreichsten Plakate der deutschen Werbegeschichte: ein Werbeplakat für das Schuhhaus Stiller – und ist ab Freitag auf zwölf großflächigen Plakaten in Essen zu sehen. Das Motiv – auf dem Grohnert mit weiteren Plakaten abgebildet ist – hat Nkanga stellvertretend für das Museum und das „25/25/25“ betitelte Projekt der NRW-Kunststiftung ausgewählt.

Komplexe Installation

Als zweiten Teil ihrer Arbeit hat Nkanga im Museum eine komplexe Installation aus Zeichnungen, Textildrucken, Ausstellungsmöbeln und Objekten erarbeitet. Darin breitet die Künstlerin Erzählungen aus, welche man aus einer abgebrochenen Marmorhand lesen könnte.

Nkanga hat das Skulpturenfragment bei ihrer Recherche im Museum entdeckt. „Sie hatte etwas Kurioses, ein zersplittertes Objekt, das seine Identität verloren hat.“ Woher die Hand stammt, ist unklar, vermutlich aus Gandhara im heutigen Afghanistan.  

Folkwang Museum Essen: „Tracing Confessions“, 23.1.-18.5., Museumsplatz 1, Di/Mi/Sa/So 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr